<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" ><generator uri="https://bridgetownrb.com/" version="2.2.2">Bridgetown</generator><link href="https://hieron-y-mus.de/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="https://hieron-y-mus.de/" rel="alternate" type="text/html" /><updated>2026-10-29T14:23:34+01:00</updated><id>https://hieron-y-mus.de/feed.xml</id><title type="html">Hieronymus | Week</title><subtitle>Handelssysteme für den langfristigen Erfolg. QuASImodo Equity Reports und Entscheidungsdecks.</subtitle><entry><title type="html">Winter is coming</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/743/" rel="alternate" type="text/html" title="Winter is coming" /><published>2026-10-24T00:00:00+02:00</published><updated>2026-10-24T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-10-24-743.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/743/">&lt;p&gt;Die Bloomberg-Kolumne „Points of Return“ (John Authers) ist am Donnerstag mit&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Brace for a midterm market mess&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;übertitelt. Hintergrund ist der börsentechnisch extrem negative Jahresausklang des Jahres 2018.
Die Rahmendaten decken sich in einigen Punkten mit den heutigen. Zwei Punkte stechen hervor:
Erstens: Der Präsident hieß auch damals D. Trump. Zweitens: Der Notenbankchef war auch damals im Frühjahr ausgetauscht worden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Ergebnis lässt sich in einer Phrase zusammenfassen: &lt;em&gt;Christmas Eve Massacre&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; stand damals ratlos vor der Bilanz des Jahresausklangs und fragte sich: Wie lange
soll das so weiter gehen? Es stellte sich heraus, dass ein wesentlicher Treiber des finalen Ausverkaufs
der Derivateverfall zwei Tage vor Weihnachten war (Hexensabbat).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieses Datum verstärkt ungewöhnliche Preistendenzen und überzeichnet dann den Trend. 2018 läutete
das den Trendwechsel ein, 2019 stiegen die Notierungen dann umso schneller.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/743/eight-year-itch.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 1: S&amp;amp;P 500 und EuroStoxx 50, je 2018 vs. 2026 — indexiert: 15. August je Jahr = 100. Datenbasis: Interactive Brokers, Stand 23.10.2026&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Jerome Powell, 2018 FED-Vorsitzender, versuchte die Bilanz der Notenbank zu verkürzen,
sprich: Staatsanleihenbestände aus der QE-Zeit sollten auslaufen. Auslaufende Anleihen
wurden nicht ersetzt, das war die Idee. Das genügte damals, die Liquidität so massiv
zu reduzieren, dass die Finanzierungskosten so drastisch stiegen, dass im institutionellen Bereich
Aktien verkauft wurden anstatt Anleihen, um Liquidität freizusetzen. Das ist im Zuge des Jahresabschlusses erforderlich.
Der implizierte Fed-Funds-Satz (Refinanzierungskosten) stieg von drei Prozent im Sommer auf 4,15 Prozent im Dezember.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Erst dann griff der Powell-Put: Die FED setzte das Programm im Dezember 2018 auf Druck des Marktes vorläufig aus.
Die Rallye des Jahres 2019 war klar liquiditätsgetrieben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Heute übernimmt der Finanzierungsbedarf der AI-Wirtschaft die Rolle des Powell’schen Autopiloten.
Die Anleihemärkte sind wiederum angespannt. Der Liquiditätsbedarf zum Jahreswechsel ist wiederum ein Engpass.
Diesmal ist es für den neuen FED-Chef besonders schwer, einen Warsh-Put zu installieren. Die
Rendite für US-Treasuries steigt wegen der massiven Haushaltsverschuldung der USA immer weiter. Sie wirkt
über den aus dem Jahr 2018 bekannten Kanal als Sell-Strang für Aktien.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine direkte Finanzierung der Staatsschulden der USA durch die Notenbank (Warsh-Put) würde die Inflation
nochmals anfeuern. Sie ist das ganze Jahr bereits mindestens 50 Prozent oberhalb der Zielmarke.
Warsh sollte die Zinsen also eher anheben, als sie zu senken und zugleich Staatsanleihen aufzukaufen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;-und-europa-mittendrinnen&quot;&gt;… und Europa mittendrinnen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie stark der europäische und der us-amerikanische Markt
bei Preissenkungen von Aktien korreliert sind. 2018 ging der Verkaufsdruck aus den USA aus – und Europa
war genauso betroffen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;2026 ist das anders. Jetzt brennt’s in vielen Städten, insbesondere französische Staatsanleihen
sehen stark unter Druck (btw: die Renditen für französische Staatsanleihen sind trotz der jüngsten Aufschläge
deutlich geringer als die von US-Treasuries).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das hat bereits jetzt einen deutlichen Einfluss auf die Preise von Bank-Aktien.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Background: Trotz der Eurozone nehmen die lokalen Banken immer noch große Quantitäten der ausgegebenen
Staatsanleihen auf. Falls die Renditen des Heimatlandes dann isoliert steigen, weisen die Banken
eine schwächere Bilanz aus als die Konkurrenz aus stabileren Eurozonenstaaten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das zeigt sich in den Kursen.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/743/btp-oat-banken-9m.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 2: EUR-BTP vs. EUR-OAT (Future-Schlusskurse, rollende Front-Kette) und die repräsentativen Banken UCG/BPE, ACA/GLE, SAN/CABK (indexiert, 26.01.2026 = 100) — 9 Monate Tagesschlusskurse. Datenbasis: EUREX via TWS, FT/LSEG, Stand 23.10.2026&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;Französische Banken (hier &lt;em&gt;Crédit Agricole&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Société Générale&lt;/em&gt;) sind bereits seit dem Sommer Underperformer. Ihre Performance läuft der Entwicklung der Staatsanleihen gewissermaßen voraus. Mit dem Fall unter 115 % für französische Staatsanleihen (OAT) beschleunigt sich die Underperformance.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Italienische und spanische Banken spielen ein anderes Spiel. Ihre Notierungen gleichen sich im Sommer 2026. Kollektiv gehen die Aktienpreise zurück, als sich der Spread der französischen und italienischen Staatsanleihen ausweitet. Seitdem ist die Preisentwicklung französischer Staatsanleihen ein Europa-Thema. Das zeigt sich auch am Verlauf des breiteren Marktindex &lt;em&gt;Stoxx 50&lt;/em&gt; (Abb. 1).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Vor drei Wochen beleuchtete der &lt;a href=&quot;/week/740&quot;&gt;Wochenbericht 40/26&lt;/a&gt; zuletzt den möglichen Fallout einer europäischen Schuldenkrise 2.0.
Damals war das Engagement in der &lt;em&gt;Caixa&lt;/em&gt; beendet worden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Tatsächlich sank der Marktpreis der Bank danach (bisher ca. 10 %). Die Abb. 2 zeigt, dass sich aktuell keine
Bank mehr dem Trend entgegenstellt. Es herrscht ein sektorweiter Verkaufsdruck.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor drei Wochen hatte &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; Banken in Down Under und Singapore als Alternative diskutiert.
Nun – auch die &lt;em&gt;United Overseas&lt;/em&gt; notiert aktuell 3,5 % niedriger als damals. Kein perfekter
&lt;em&gt;Safe Haven&lt;/em&gt;, aber immerhin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die damals wegen ihrer Bewertung verworfenen australischen Banken und die kanadische &lt;em&gt;Toronto Dominion&lt;/em&gt;
konnten im aktuellen Umfeld hingegen, z.T. deutlich, zulegen. Die australischen Banken unisono um mehr als 7 %, die Toronto Dominion immerhin um fast 4 %.
Qualität ist aktuell gefragt, egal wie teuer.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;berichtssaison&quot;&gt;Berichtssaison&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die abgelaufene Woche brachte eine Flut von Quartalszahlen.&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;&lt;em&gt;EssilorLux&lt;/em&gt; schoss den Vogel ab. Nach einem einfachen Managementupdate ohne neues Zahlenwerk stieg die Aktie im ansonsten schwachen Markt jeden Tag.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;em&gt;SAP&lt;/em&gt; überzeugte mit seiner AI-Offensive. Der Aktienpreis stieg bereits im Vorfeld deutlich – musste aber am Freitag auch wieder Federn lassen. Die Aktie wird inzwischen als teuer empfunden.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;em&gt;Kering&lt;/em&gt; enttäuschte auf ganzer Linie. Das Experiment, einen Luxuskonzern über einem Automobilvorstand in die Transformation zu zwingen, steht vor einer Bewährungsprobe. Es gelang dem CEO nicht, entscheidende Kreativ-Ressourcen zu überzeugen. Insbesondere der personelle Aderlass in den Führungsetagen drückt die Erwartungen und damit den Marktpreis. Die Aktie ist nicht mehr auf der Watchlist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Eine Observation zum Abschluss: Die Wochenendausgabe des Handelsblatts ist &lt;em&gt;Special&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;Wie deutsch bleibt Mercedes (Seiten 6-11)&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Neue Modelle verkaufen sich gut (Seite 12)&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Mit KI als Chauffeur durch den Kreuzberger Verkehr (Seite 44)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Geht mehr PR, wer nimmt so was eigentlich ernst, wenn zeitgleich Spekulationen über weitere Krisenmaßnahmen bei VW die Runde machen?&lt;/p&gt;</content><author><name></name></author></entry><entry><title type="html">Ikonische Brillen</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/742/" rel="alternate" type="text/html" title="Ikonische Brillen" /><published>2026-10-17T00:00:00+02:00</published><updated>2026-10-17T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-10-17-742.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/742/">&lt;h2 id=&quot;essilorlux--mehr-als-tratsch-und-klatsch&quot;&gt;EssilorLux – Mehr als Tratsch und Klatsch&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der &lt;a href=&quot;/week/738&quot;&gt;Wochenbericht 38/26&lt;/a&gt; führte in die abstruse Welt &lt;em&gt;EssilorLuxottica&lt;/em&gt; ein —
jetzt ist die Story in Deutschland angekommen, im Handelsblatt, mit einem Podcast als Türöffner:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Der seriöseste Bericht über den Machtkampf beginnt bei Drogen und zweitausend Frauen im Portfolio eines Casanovas und Milliardärs.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Wie im richtigen Leben entwickelt sich das Drama über drei Stränge:
ein Produktzyklus, eine Partnerschaft und eine Familienfehde.&lt;/p&gt;

&lt;h4 id=&quot;die-causa-apple&quot;&gt;Die Causa Apple&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;Beginnen wir beim Telefon. &lt;em&gt;Apple&lt;/em&gt; hat diese Woche sein erstes faltbares Smartphone ausgeliefert — das &lt;em&gt;iPhone Duo&lt;/em&gt; —
und muss nun erleben, was Marktbeobachter seit zehn Jahren für den Faltmarkt für unmöglich hielten:
Die Nachfrage ist schlicht zu groß. Die erste Charge war in der Store-App in drei Minuten ausverkauft,
die Lieferfristen sind binnen zwei Tagen auf Ende Januar 2027 gerutscht, und &lt;em&gt;Apple&lt;/em&gt; spricht offiziell
von einer „schlicht außerordentlichen” Nachfrage. Zur Einordnung: &lt;em&gt;Samsung&lt;/em&gt;
liefert Falt-Smartphones inzwischen in der achten Generation aus. &lt;em&gt;Huawei&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Xiaomi&lt;/em&gt; dominieren den chinesischen Markt. 
Die Geräte sind ausgereift, günstiger — und trotzdem Nischenprodukte.
Anscheinend brauchte es eine Marke, die das Gerät
zum Statusobjekt erklärt – und einen Preisaufschlag von hundert Dollar – um das zu ändern.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;strang-eins-was-das-falttelefon-mit-brillen-zu-tun-hat&quot;&gt;Strang eins: Was das Falttelefon mit Brillen zu tun hat&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Erstaunlich viel. Der Falt-Markt ist kein Formfaktor-Markt, er ist ein Aufmerksamkeitsmarkt —
und derselbe Mechanismus läuft gerade bei Brillen. &lt;em&gt;Meta&lt;/em&gt; hat auf der Connect im September die bislang
tiefste Produktpalette seiner Smart Glasses vorgestellt (Versand 
pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ab Mitte Oktober, also jetzt), und mit &lt;em&gt;Muse&lt;/em&gt; läuft dort ein persönlicher AI-Agent,
der Aufgaben übernimmt, bevor der Nutzer sie formuliert. Das ist der Übergang von der Kamera am Kopf
zum Assistenten auf der Nase — eine neue Epoche, nicht nur ein neues Modell.&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Ray-Ban Meta heißt die Brille.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Das ist auch für den Hersteller von modischen Sonnenbrillen ein revolutionärer Schritt. &lt;em&gt;Essilor&lt;/em&gt; – Weltmarktführer
für Linsen aus Frankreich und &lt;em&gt;Luxottica&lt;/em&gt; – Produzent ikonischer Ray-Ban-Brillen. Die transatlantische
Achse funktioniert weiterhin. Ein Bonbon für die italienische Ministerpräsidentin in ihrem postfaschistischen
Kulturkampf um die italienische Identität. Ray-Ban – das steht für eine ganze Generation einfach für &lt;em&gt;Dolce Vita&lt;/em&gt; an der Riviera und 
der Sehnsucht nach den Sommerfreuden im 20. Jahrhundert, für die Rebellion eines Easy Riders und die Männlichkeit der 1960er.
Sie verkörpert mehr als jede andere Marke transatlantische Werte.&lt;/p&gt;

&lt;aside class=&quot;wb-note&quot;&gt;&lt;h4 id=&quot;die-drei-filmrollen-der-marke&quot;&gt;Die drei Filmrollen der Marke&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;James Dean&lt;/strong&gt; setzte 1955 in „… dann Sehnsucht” die Pilotenbrille auf — die Ray-Ban
des Aufbruchs, militärischen Ursprungs, zum ersten Mal im Zivilleben. &lt;strong&gt;Audrey Hepburn&lt;/strong&gt;
saß 1961 bei Tiffany und trug die große schwarze Brille — eine Fassung von Oliver
Goldsmith, seit je Ray-Bans Wayfarer zugeschrieben; die Verwechslung ist Teil der Legende.
Die Szene ist bis heute die meistzitierte Brillenwerbung, die je ohne Werbung gedreht wurde. &lt;strong&gt;Tom Cruise&lt;/strong&gt; ließ 1986
in „Top Gun” die Aviator wiederauferstehen, woraufhin der Absatz in sieben Monaten um
40 Prozent stieg.
Dreimal derselbe Effekt: Nicht das Produkt suchte sich den Star, der Star lieh dem
Produkt seine Biographie. Deshalb funktioniert Ray-Ban als Gesicht der Smart Glasses —
man trägt keine Technik, man steigt in eine Filmrolle.&lt;/p&gt;&lt;/aside&gt;

&lt;p&gt;Ray-Ban hat das, was &lt;em&gt;Meta&lt;/em&gt; so dringend sucht: Culture, Identität und Marke. Eine Erzählung, die Emotionen trägt;
der Kontrapunkt zum zur Beliebigkeit neigenden Meta-Konzern, der wegen einer zuckerbergschen Vision sogar seinen
Namen änderte, könnte nicht größer sein.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/742/meta-el-overlay.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 1: Smart-Glasses-Partner im Geiste, aber nicht bei Aktienpreisen — Meta und EssilorLux indexiert (16.10.2025 = 100), Stand 16.10.2026&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Aus Investorensicht könnten beide Unternehmen ein wenig mehr Aufbruch verkörpern!&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;h3 id=&quot;exkurs-die-zwischenwahlen&quot;&gt;Exkurs: Die Zwischenwahlen&lt;/h3&gt;

  &lt;p&gt;Nichts ist aktuell unpolitisch. Brillenwerbung in den USA mit italienischem Design schon gar nicht.
Da sich die MAGA-Bewegung ganz offenbar völlig vergalloppiert hat, steckt in dem Versuch von &lt;em&gt;Meta&lt;/em&gt;, das
nächste ikonische AI-Fallout ausgerechnet mit einer gut gegründeten europäischen Story zu präsentieren,
ein Fragment einer sich ankündigenden nächsten zivilisatorischen Welle in den USA: Kapitalismus ja, aber mit Fundament.
Wer immer die Werbung für Smart-Glasses sieht, entdeckt ein Stück Europa. &lt;br /&gt;
Vielleicht hilft’s ja.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;h3 id=&quot;strang-zwei-die-medizin&quot;&gt;Strang zwei: Die Medizin&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Fast unbekannt ist, dass &lt;em&gt;EssilorLux&lt;/em&gt; eine der weltweit einzigen Brillenglas-Therapien
gegen Myopie bei Kindern baut — &lt;em&gt;Essilor Stellest&lt;/em&gt; verlangsamt die Fehlsichtigkeit im Schnitt um
67 Prozent, über sechs Jahre getragen um knapp 2 Dioptrien; das Risiko, hochkurzsichtig zu
werden, sinkt von 38 auf 9 Prozent. Kurzsichtigkeit ist die Volkskrankheit mit der steilsten
Inzidenzkurve — die halbe Weltbevölkerung wird bis 2050 kurzsichtig sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der CEO Milleri war nicht grundlos mehrere Monate in den USA, um die Medizintechnik-Sparte weiterzuentwickeln.
Es würde nicht wundern, wenn Ergebnisse der Medizintechnik in Konsumprodukte einfließen
und hier (möglicherweise KI-gestützt) gerade die Brillen des 21. Jahrhunderts entstehen.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;strang-drei-die-erben&quot;&gt;Strang drei: Die Erben&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Bleibt die Ebene, an der die Aktie aktuell gehandelt wird.
Sie ist die eigentliche Hauptfigur des Stücks: Ein Patriarch hat ein Schloss gebaut
und den Schlüssel auf dem Sterbebett zersägt. Acht Gesellschafter halten die Fragmente zu je 12,5 Prozent.
Beschlüsse kommen nur mit
qualifizierter Mehrheit zustande, also fünf von acht — niemand kann herrschen, jeder kann blockieren.
Damit ein Imperium von vierzig Milliarden Euro unter solchen Bedingungen nicht einfach
stehenbleibt, setzte Del Vecchio einen Verwalter obenauf: Milleri, den Vertrauten seit
Jahrzehnten, CEO des Konzerns und in Personalunion Chairman der Holding. Formal ein Angestellter der
Familie; faktisch der Einzige, der koordinieren kann, solange die Familie sich nicht
koordiniert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Formel ist in Bewegung geraten. Der Versuch des Sohnes, zwei Geschwisteranteile
für zehn Milliarden Euro zu übernehmen, scheiterte an der Arithmetik der acht —
und an der Physik: Die Banken sollten den notwendigen Kredit gegen EL-Aktien als Sicherheit einräumen, die
Aktie wäre ihr eigenes Pfand geworden, jeder Kursrückgang hätte den Kredit mit sich gerissen.
Trotzdem: Milleri war dafür. Auch er wünschte sich eine funktionierende Familienholding.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch – Del Vecchio, der Patriarch, hatte so etwas geahnt. Er stellte dem Chairman Milleri
einen Bürokraten zur Seite: Romolo Bardin (CEO von Delfin),
verantwortlich gegenüber den acht Familienmitgliedern, nicht gegenüber dem Chairman. Er war es,
der den Kredit mit Verweis auf die Collateral-Risiken blockierte. (Wie recht er hatte …)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im August spitzte sich die Situation zu. Leonardo Maria Del Vecchio (LMDV) war der einzige
Erbe, der sich operativ in die Firma einbrachte. Nach dem gescheiterten Versuch, seine
Position mit drei Anteilen zu verbessern, zog er am 31. August die Konsequenzen und schied aus.
Seitdem scheint seine ganze Aufmerksamkeit auf eine zügige Eskalation des Erbstreits zu ruhen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das gipfelte (vorerst) in einer langen Folge des äußerst populären Pulp-Podcasts (Sony Music).&lt;/p&gt;

&lt;aside class=&quot;wb-note&quot;&gt;&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;9. Oktober: Ein Teaser-Clip für den Pulp-Podcast mit dem Titel „Chi vuol esser Miliardario?” erscheint: 202.000 Abrufe&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;12. Oktober: Der Podcast (Episode #67, Staffel 3) geht online. Mehr als 1,5 Mio. Abrufe bislang.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;38:12 :: Der Vater habe „uns alles gegeben außer Liebe”; das emotionale Vakuum habe er (LMDV) mit Drogen und „2.000+ Frauen” gefüllt.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;44:01 :: Attacke auf Milleri: „Wer −50 % mit einer börsennotierten Gesellschaft macht, sollte etwas nervöser sein.” Der Kursverfall sei die „lange Welle meines Vaters, die ausgelaufen ist — danach gab es offensichtlich nicht die angemessene Vision”.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;64:33 :: Die ~40-Mrd.-€-Erbschaft sei wegen des Streits um ein Vermächtnis über 300 Mio. € an Milleri blockiert. Der Streit um dieses Vermächtnis habe mehrere seiner Geschwister zur Annahme con beneficio d’inventario (begünstigter Erbschaftsannahme) getrieben — und zum Dividendenstopp bei Delfin. Seine Pointe: „Man führt Krieg um 300 Millionen, dabei geht es um das 40-Milliarden-Erbe.”&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Außerdem:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;34:15 :: Die Zukunft bzw. Renaissance der Marke Ray-Ban, wie der Meta-Deal den Konzern verändert&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;40:48 :: Meta und die Daten, Gefahren durch die Integration von AI in Ray-Ban&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/aside&gt;

&lt;p&gt;Das war Ambivalenz par excellence. LMDV nutzte die Bühne, auf der wenige Wochen vorher Beppe Grillo
und im Frühjahr Giorgia Meloni öffentlichkeitswirksam saßen, für seine Botschaft an Delfin: Der Stillstand ist nicht mehr tragbar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Reaktionen: &lt;em&gt;EssilorLux&lt;/em&gt; offiziell schweigend, mit Verweis auf das einstimmige Vertrauensvotum
des Boards vom 9. September; die Führungsmannschaft ihrerseits solidarisiert sich in einem Memo an
die Belegschaft. Am 15. Oktober
meldet Reuters: &lt;em&gt;Delfin&lt;/em&gt; spricht mit Banken über den Aufkauf von Anteilen — rund 25 %, zwei
Gesellschaftern; das &lt;em&gt;Sole 24 Ore&lt;/em&gt; nennt ausdrücklich den 12,5-%-Anteil des Mannes, der gerade
im Podcast sprach. Jetzt ist es LMDV, der ausgezahlt wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im April 2027 müssen die Gesellschafter die Mandate Milleris verlängern. &lt;em&gt;Delfin&lt;/em&gt; hält 32 % an
&lt;em&gt;EssilorLux&lt;/em&gt;, kann also den CEO nicht im Alleingang entmachten. &lt;em&gt;Delfin&lt;/em&gt; kann aber
Einfluss nehmen auf die Besetzung des Aufsichtsrats, der nach französischem Recht den CEO jederzeit absetzen kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vermutlich versucht man, über die Entfernung von LMDV aus &lt;em&gt;Delfin&lt;/em&gt; genau diesen Weg schwieriger zu machen.
Tatsächlich wäre eine handlungsunfähige Familienholding als kontrollierender Aktionär in Kombination mit
einem entmachteten CEO die um jeden Preis zu vermeidende Tragödie.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;saisonalität-dezember-stützt-oktober-nicht&quot;&gt;Saisonalität: Dezember stützt, Oktober nicht&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;EssilorLux&lt;/em&gt; ist immer noch im Luxus-Segment verortet. In Frankreich wird es in einem Atemzug mit &lt;em&gt;Kering&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Armani&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;LVMH&lt;/em&gt;
genannt — und beim laufenden Verkauf der Armani-Minderheit sitzt &lt;em&gt;EssilorLux&lt;/em&gt; selbst auf der
testamentarisch präferierten Käuferliste. Dieser Sektor ist durch seine ausgeprägte Saisonalität geprägt. &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; hat sich aus diesem Grund die Preishistorie der Aktie genauer angeschaut.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Datenlage:
964 Wochenkerzen seit 2008 (TWS, teilweise gegen FT-Daten validiert), dazu die Volatilitäts-Serie der letzten zwei Jahre.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Befund: Das Weihnachtsgeschäft stützt die Aktie — aber anders, als vermutet. Der Effekt sitzt nicht im Geschäft selbst, sondern im Paar November/Dezember.&lt;/p&gt;

&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th&gt;Fenster&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Mittel&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Median&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Win-Rate&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;November + Dezember&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;+3,1 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;+4,1 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;78 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Dezember allein&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;+1,1 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;+2,0 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;72 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Oktober&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;+0,5 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;+1,6 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;53 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;August&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;−0,1 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;−0,8 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;42 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;April&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;+3,3 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;+2,9 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;61 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Der Oktober ist statistisch leer; wer auf das Weihnachtsgeschäft
setzt, wartet bis zum Monatswechsel. Die Volatilität folgt demselben Rhythmus, aber umgekehrt:
Sie steigt im April zum Jahresgipfel (Median 38,5 %), fällt zum Dezember auf das Jahrestief
(19,4 %). Wer Prämien verkaufen will, verkauft sie besser jetzt als im Advent — und wer
Kursgewinne erwartet, erwartet sie im November und Dezember.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gibt nur einen bekannten Gegenfall: November und
Dezember 2025 — mitten im Delfin-Kollateral-Loop — brachen die Notierungen um 15,2 Prozent ein. Der
Kalendereffekt gilt, solange die Eigentümerfrage im Hintergrund bleibt.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;die-strategie-prämien-kassieren-während-die-erben-sich-sortieren&quot;&gt;Die Strategie: Prämien kassieren, während die Erben sich sortieren&lt;/h3&gt;
&lt;figure&gt;
&lt;div class=&quot;vega-lite-chart&quot; data-caption=&quot;Abbildung 2: Wertentwicklung des Stillhalter&amp;shy;systems _EssilorLux_ und Preisentwicklung der Aktie (unten)&quot;&gt;

&lt;/div&gt;
&lt;figcaption&gt;
 Abbildung 2: Wertentwicklung des Handelssystems &lt;em&gt;EssilorLux&lt;/em&gt; (Cash-Secured Puts, EUREX) und Preisentwicklung der Aktie (unten)
  &lt;/figcaption&gt;
   &lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Drei Stränge, ein Kurs: Wer der Produkt- und Medizingeschichte glaubt und der Erbgeschichte
misstraut, hat keinen schlechteren Stand als der Markt — seit dem Hoch vor knapp einem Jahr ist gut die
Hälfte des Börsenwerts gegangen, ohne einen einzigen Crash-Tag. Das ist bitter für alle, die einen Anlass für einen Ausstieg suchten – und nicht fündig wurden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alles läuft auf die Hauptversammlung im Frühjahr zu, zu der Milleris Mandat ausläuft. Spätestens dann
muss die Eigentümerfrage beantwortet sein. Das ist terminierte Unsicherheit – oder Asymmetrie.&lt;br /&gt;
Sie ist das Arbeitsfeld des Stillhalters, eine erste kleine Position konnte mit dem Zielertrag in der
abgelaufenen Woche geschlossen werden. Der Aktienkurs hatte sich kaum verändert; die Asymmetrie drückte
mit der Zeit lehrbuchartig die Optionspreise.&lt;/p&gt;

&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th&gt;Kontrakt&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Strike&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Verfall&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Menge&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Status&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Prämie&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;el_26_11_128p&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;128 €&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;20.11.2026&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;2&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;geschlossen am 14.10.&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;+354 € realisiert&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;el_26_12_134p&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;134 €&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;18.12.2026&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;2&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;offen&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;3,00 € vereinnahmt, Restwert 2,48 €&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Die offene Position nimmt bei gut zwölf Prozent Kursdistanz (Schlusskurs 153,53 €) eine
Restprämie von 496 € ein. Sie läuft in gut zwei Monaten
aus: vor jeder denkbaren Delfin-Entscheidung,
vor dem Weihnachtsgeschäft, vor den Quartalszahlen am 20. Oktober. Delta 0,17, implizite
Volatilität 38,5 %. Die Logik dahinter ist die des Falttelefons: Warten wir, ob die Marke
die Nachfrage erklärt. Wenn ja, fallen die Puts aus dem Geld und die Prämie bleibt.
Wenn nein, kassieren wir bis zuletzt Theta — und rollen in den nächsten Verfall.&lt;br /&gt;
­&lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt;s ungefähre Investment(nicht)empfehlung: Das Produktjahr ist gekauft, die Medizingeschichte
schreibt man nebenbei, und die Eigentumsfrage ist ein Datum, kein Verdacht — seit der
Podcast-Woche sogar ein Datum mit Preisnotierung. Wir lassen die Kurven sprechen und
kassieren die Prämie, bis die Erben gesprochen haben.&lt;/p&gt;</content><author><name></name></author></entry><entry><title type="html">Kein IPO zum Frühlingsanfang</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/741/" rel="alternate" type="text/html" title="Kein IPO zum Frühlingsanfang" /><published>2026-10-10T00:00:00+02:00</published><updated>2026-10-10T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-10-10-741.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/741/">&lt;h2 id=&quot;datacenter-sind-out&quot;&gt;Datacenter sind out?&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Eigentlich sollte der Beginn des australischen Frühlings in Sydney mit dem größten australischen
Börsengang seit &lt;em&gt;Telstra&lt;/em&gt; 1997 gefeiert werden. Zugegeben — gemessen an den Maßstäben des DataCenter-Segments
ist es eine Fußnote, in &lt;em&gt;DownUnder&lt;/em&gt; aber ein Ereignis: &lt;em&gt;Firmus&lt;/em&gt;, einst als Bitcoin-Miner gegründet und
später von &lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; in eine „AI Factory” verwandelt, wollte an die ASX. Fünf Milliarden Dollar
sollten eingenommen werden, entsprechend einer Bewertung von dreißig Milliarden US-Dollar für das gesamte Unternehmen —
fast das Dreifache des Preises, zu dem &lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; noch im August im Rahmen einer Privatplatzierung Anteile erworben hatte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie kann sich der Wert eines Unternehmens innerhalb von nur zwei Monaten verdreifachen? 
Gut – &lt;em&gt;SpaceX&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Anthropic&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;OpenAI&lt;/em&gt; machen vor, wie man die eigenen Bewertungen vor dem Börsengang inflationiert.
Aber &lt;em&gt;Firmus&lt;/em&gt;?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Operativ sind Rechenzentren mit 46 Megawatt-Anschlußleistung in Betrieb – richtig gelesen: Megawatt!
Jedes MW Rechenleistung ist also 652 Mio. A$ wert. 
&lt;em&gt;Firmus&lt;/em&gt; verweist im Prospekt
auf eine Pipeline über 900 MW. Aber auch das überzeugt nicht. Zum Vergleich:
Allein das &lt;em&gt;Oracle&lt;/em&gt;-Datacenter in New Mexico ist auf 1,4 Gigawatt bemessen, &lt;em&gt;OpenAI&lt;/em&gt; plant
in Ohio bis zu 8 Gigawatt. Dass &lt;em&gt;Firmus&lt;/em&gt; selbstbewußt an seine gesamte Vertragspipeline ein Preisschild von 30 Mrd. A$ anheften konnte,
sagt viel über die aufgeheizte Stimmung im Segment aus. 
Der CIO von &lt;em&gt;UniSuper&lt;/em&gt;
hatte es vorab auf den Satz gebracht: eine nette Geschichte, nur keine überzeugende
Bewertung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Freitag wurde der Börsengang abgesagt. Man will &lt;em&gt;Firmus&lt;/em&gt; nun Staatsfonds aus dem Mittleren Osten anbieten.
Damit wurde Investoren wohl eine Odyssee wie beim Datacenter-Reit-ETF erspart.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Dezember 2024 ging der &lt;em&gt;DigiCo&lt;/em&gt; Infrastructure REIT für
fünf AustralDollar je Anteil an der ASX an den Start. Den Emissionspreis hat der Wert nie wieder erreicht.
Aktuell notieren die Anteile bei 2,38 A$ — zweiundfünfzig
Prozent unter Emissionspreis, zweiundvierzig Prozent unter dem ausgewiesenen
Substanzwert (NAV) von 4,13 Dollar. OK. Ein REIT lebt wesentlich von (steuerbefreiten) Ausschüttungen. 2025 gingen
12 Cent pro Stück an die Aktionäre. Das ist eine Verzinsung von 2,4 Prozent pro Jahr, gemessen am Ausgabepreis. 
Gemessen am aktuellen Marktpreis ergibt sich eine Verzinsung von 5 Prozent – weniger als
Anleihen in diesem Segment auszahlen.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/741/dgt_asx_1y_ohlcv.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 1: DigiCo Infrastructure REIT (DGT:ASX) — Kursverlauf 12 Monate. Der Ausverkauf bis März, die Erholung auf die Veräußerung Rechenzentrums in Chicago und der Übergang in den aktuellen Status Quo. Quelle: FT/LSEG, Stand 09.10.2026&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Australien ist kein Einzelfall. Die Story wird überall aus unterschiedlichen Gründen mit Fragezeichen versehen – außer in China.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;amerika-der-backlash-wird-vertrag&quot;&gt;Amerika: der Backlash wird Vertrag&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Trotz einer massiven PR-Kampagne der Hyperscaler (gestützt durch den Präsidenten höchst persönlich) lehnen 
sieben von zehn Amerikanern den Bau von Datacentern in ihrer Region ab (Gallup):
New York verhängt Moratorien, Texas-Governor Abbott stoppt sämtliche
Staatsgenehmigungen bis zum Netz-Audit. Die Eskalationsstufe des Monats trägt den
lateinischen Namen Force Majeure: Oracle meldete für das Project Jupiter in New Mexico
Anspruch auf höhere Gewalt an, weil nach zweimal verweigerter Gaspipeline der Stromanschluss
fehlt. Morgan Stanley beziffert das Strom-Defizit auf dreißig
bis vierzig Prozent der Nachfrage bis 2028, „six New Yorks” fehlen danach.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;japan-singapore-australien--die-ausweichroute&quot;&gt;Japan, Singapore, Australien : die Ausweichroute&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Weil Amerikas Chips nach China nicht exportiert werden dürfen, stehen sie in Osaka. Der
Neocloud-Betreiber Datasection hat 15.000 B200 für &lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt; in Japan in Betrieb genommen,
weitere Zehntausende B300 in Sydney — chinesische Trainingslast auf amerikanischer Silizium-
Technologie, geparkt in verbündeten Jurisdiktionen, japanisches Außenwirtschaftsrecht,
Stimmrechte großzügig ruhend gestellt. Japan hat der chinesischen
KI-Revolution kein Trojanisches Pferd zur Verfügung gestellt. Japan ist vielmehr eine AI-Zollgrenze: 
je schärfer die Transitkontrollen in Washington,
 desto teurer das Ausweichen — und desto planbarer die Mieteinnahmen derer, die schon dort stehen.
Das ist exakt die gescheiterte »Story« von &lt;em&gt;Firmus&lt;/em&gt;, mit seinen Datacentern in Singapore und Australien.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;china-kapazität-ohne-konflikt&quot;&gt;China: Kapazität ohne Konflikt&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Chinas Ausbau folgt derweil einer anderen Physik: 24 Gigawatt in Betrieb, 50 angekündigt,
Bauzeiten von zwölf bis achtzehn Monaten, vorgefertigte Container-Anlagen — „Lego data
centres”, ein Begriff von SemiAnalysis, den inzwischen amerikanische Hyperscaler kopieren.
Der Hub Ulanqab in der Inneren Mongolei koppelt Rechenzentren direkt an Überschussstrom
(0,358 Yuan je Kilowattstunde, ein Drittel des Strompreises in Peking), achtundachtzig Stätten geplant,
fünfzehn Gigawatt zugesagt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die naheliegende Vermutung, in diese Gebäude kämen &lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt;-Chips, verdient mindestens ein
Fragezeichen: Der Bau ist vielmehr  mit der eigenen Chip-Entwicklung verzahnt.
Die großen chinesischen AI-Namen trainieren inzwischen auf heimischer
Hardware — &lt;em&gt;Huaweis&lt;/em&gt; 950PR wird seit März in Serie gefertigt, zwei zusätzliche &lt;em&gt;SMIC&lt;/em&gt;-Fabriken liefern
bereits im aktuellen Weihnachtsgeschäft. &lt;em&gt;Morgan Stanley&lt;/em&gt; taxiert den Inlandsanteil am chinesischen AI-Chip-Markt für 2030 auf
86 Prozent. Ab 2027 werden spezielle Inferenz-Chips erwartet; die ersten Prototypen
sind lanciert, mit &lt;em&gt;Xiaomis&lt;/em&gt; AI-Cube mit drei eigenen Xring-Chips als sichtbarstem
Exemplar. Peking koppelt obendrauf Anreize: Steuervorteile und Stromrabatte
für Rechenzentren, die chinesische statt Nvidia-Chips nutzen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Unterschied zum amerikanischen Ausbau ist strategischer Natur. In den USA wird dort
gebaut, wo Kapital verfügbar ist und politische Durchsetzungsmacht reicht — der Strom
kommt, wenn der Finanzierungsstrang steht. In China bestimmen die Ressourcen den Ausbau,
Strom, Land, Kühlklima; der Fünfjahresplan ist die gemeinsame Grundlage, an der sich
Provinzen, Netzbetreiber und Betreiber zugleich orientieren. Drum ist der eine Markt ein
Finanzierungszyklus, der nach den Gesetzen des Immobilienmarkts gesteuert wird, und der andere ein Ressourcenplan mit
Rechenleistung als Output. Der eine zeigt zunehmend Schwäche- bzw. Stagnationszeichen, der andere
nimmt mächtig Fahrt auf und schickt sich an, ein weiteres Kapital chinesischer Dominanz zu eröffnen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;europa-luxusgüter-107-punkte&quot;&gt;Europa Luxusgüter: 107 Punkte&lt;/h2&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/741/theme-luxury.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 2: Ausgewählte Investmentthemen seit dem Tief vom 12. Oktober 2022 — als Total Return in USD, Basis 100; Aufbereitung nach J.P. Morgan Asset Management, Guide to the Markets, Stand 30.09.2026&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Trotz erheblicher Preisaufschläge an den Finanzmärkten und einer gleichzeitig
wachsenden gesellschaftlichen Ungleichheit — beides müsste dem Absatz von
Luxusgütern zuarbeiten — stagnieren die Marktpreise im Sektor insgesamt.
Rüstungs- und Bankentitel derselben Marktbasis haben sich in dieser
Zeit mehr als vervierfacht. Die Erklärung ist keine Nachfrageschwäche, sondern
ein Angebotsbefund: AI-bedingte Produktivitätssteigerungen, die allgemein
Kursverläufe tragen, kommen im Luxussegment nicht an. Eine
Handtasche wird nicht billiger, wenn man sie dreimal mit einem Sprachmodell
scannt — Handarbeit ist der Produktionstyp ohne Skalenertrag.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Einzeltitel, insbesondere die französischen, sind so preiswert wie lange
nicht. &lt;em&gt;LVMH&lt;/em&gt; notiert bei 18,9x und einer Dividendenrendite von drei Prozent —
beides Hausrekord, am Rand des 52-Wochen-Tiefs. &lt;em&gt;Kering&lt;/em&gt; ist (oder war?) das Musterbeispiel
für Ineffizienz: Verlust auf Zwölfmonatssicht, operative Marge von 27 auf unter
10 Prozent, Substanzpreis bei 1,9x Buch. Die Ineffizienz ist im Detail
dokumentiert: Eine Armada von Zulieferern produziert (kreativ) in Eigenregie,
vom Laufsteg in den Laden dauert es auch für Top-Designerstücke mindestens sechs Monate, hinzu kommt eine
einzigartige Lagerhaltung. Der Zinsdienst ist nur 1,7x vom operativen Ergebnis
gedeckt, die Dividende wird zu 105 % aus dem normalisierten Gewinn bezahlt —
also nicht verdient; und der Umsatz ist 28 Prozent unter dem Peak, ohne dass eine Wachstumswende sichtbar wäre. Das geht nun der neue CEO an: Benchmarking mit der
Automobilbranche ist das Motto. Luca de Meo will 70 Prozent der Produktion
zentralisieren, die Zulieferer konsolidieren und die Eigenfertigung in 37
italienischen Werken verdoppeln — Plattformlogik, exakt wie bei Renault, nur
mit Handtaschen statt Plattformen. Aller Anfang ist schwer. Seit September sind
die ersten Transformationen scharf. Das Ziel — Margenverdopplung bis 2030, über hundert Ladenschließungen, die
Bilanz in zwölf Monaten um sechs Milliarden entschuldet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;L’Oréal&lt;/em&gt; zeigt immerhin
die Ausnahmestelle: Wer Schönheit zum Konsumgut macht, entkommt der
Vermögenssensitivität.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/741/lux-franzosen.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 3: LVMH, L’Oréal und Kering — Schlusskurse, indiziert auf 12. Okt. 2022 = 100. Quelle: FT/LSEG, Stand 09.10.2026&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th&gt;Kennzahl&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;LVMH&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;L’Oréal&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;Kering&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Kurs (09.10.2026)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;380,00 €&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;381,20 €&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;211,40 €&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;KGV (zwölf Monate)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;18,9x&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;32,4x&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;(Verlust)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Operative Marge H1 2026&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;22,6 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;21,3 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;9,7 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Umsatz H1 2026&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;−2,9 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;+6,8 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;−2,9 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Kursverlauf ein Jahr&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;−32 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;+1 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;−32 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Indexstand seit Okt. 2022&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;61&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;116&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;47&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Drawdown vom Hoch&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;−58 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;−17 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;−74 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Dividendenrendite&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;3,1 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;1,9 %&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;1,4 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Drei Kurse, drei Geschichten, eine Frage: Der Markt preist Qualität (&lt;em&gt;LVMH&lt;/em&gt;) zum Zyklustief, Wachstum &lt;em&gt;(L’Oréal&lt;/em&gt;) zur Prämie — und bei &lt;em&gt;Kering&lt;/em&gt; preist er den Turnaround schlicht nicht ein. Ob darin ein Fehler steckt, entscheidet sich kurzfristig. Bei &lt;em&gt;Kering&lt;/em&gt; kommt es
Mitte November mit den H2-Zahlen zum Schwur; bis dahin zeigen wir die Daten und lassen die Kurven sprechen.&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Die Message von &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; und &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt;: &lt;br /&gt;
Luxus könnte zum Trendthema im Weihnachtsgeschäft werden, be prepared!&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Quellen: &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; Equity-Reports LVMH, L’Oréal und Kering — Datenbasis FT/LSEG; J.P. Morgan Asset Management, Guide to the Markets 4Q 2026; Kursdaten FT Historical Prices, Stand 09.10.2026&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</content><author><name></name></author></entry><entry><title type="html">Safety Net</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/740/" rel="alternate" type="text/html" title="Safety Net" /><published>2026-10-03T00:00:00+02:00</published><updated>2026-10-03T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-10-03-740.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/740/">&lt;h2 id=&quot;der-abgesang-der-koalition&quot;&gt;Der Abgesang der Koalition&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man weinen. Die Koalition in Berlin schafft, was
als unmöglich galt: mehr negative Schlagzeilen zu produzieren, als die Scholz-Ampel. &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; ist
immer noch außer sich, ob der Milliardengeschenke an die Öl-Industrie und CDU-Klientel (Stichwort Tankrabatt),
da krümmt sich bereits das nächste Männchen: Die Getränkeindustrie verkraftet keine Zuckersteuer, sagt der Kanzler.
Klar, dass sich nun auch die Wohlfahrts- und Pflege-Mafia wieder Morgenluft wittert: Ja keine Abstriche
bei den Pfrunden für die Pflege-Industrie. Obwohl die Missstände gerade hier förmlich zum Himmel stinken.
Die Verlegung in ein Pflegeheim ist in Deutschland schließlich das Äquivalent zu einem qualvollen Todesurteil.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Laudatio des Kanzlers auf die Verleihung eines Friedenspreises (in Münster) an die NATO fügt sich
ein in den Zeitgeist. Einen Tag vorher wurde beschlossen, Bremen und Bremerhaven als Aufmarschgebiet für
Natotruppen aufzubauen. Sorry, die NATO bereitet sich erstmals ernsthaft und für alle sichtbar 
auf einen Kriegseinsatz in Europa vor und erhält dafür einen Friedenspreis? Da hat einigen offensichtlich die
Sommerhitze die verbliebenen Hirnzellen geraubt. Checks &amp;amp; Balances sind in der deutschen Republik im Jahr 2026 unbekannt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und zum Wochenende dann die nächste Peinlichkeit: Diesel soll nochmals billiger werden, um jeden Preis.
Deshalb gibt man ohne irgendwelche Anzeichen einer Versorgungskrise die Dieselreserve frei. Donald Trump
sagt, was zu tun ist, die deutsche Bundesregierung (Katherina Reiche) ist die erste, die untertänigst zur Tat schreitet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Energieökonomin Claudia Kemfert bringt es auf den Punkt:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Strategische Reserven sind eine Versicherung für echte Versorgungsnotlagen, kein Instrument zur kurzfristigen Preiskosmetik.&lt;br /&gt;
(…)&lt;br /&gt;
Was aber passiert, wenn die Reserven deutlich geschrumpft sind und sich die geopolitische Lage weiter verschärft? Dann ist unser Sicherheitspuffer kleiner, möglicherweise genau in dem Moment, in dem wir ihn wirklich brauchen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Leider ist eingetreten, wovor Kritiker gewarnt haben: Angesichts randvoller Sonderetate bleiben Abhängigkeiten bestehen
und »Probleme« werden mit minimalster Effizienz und maximalem Geldeinsatz kurzfristig zugeschüttet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beinah ironisch wirkt in diesem Zusammenhang eine Titelzeile in der FT: „Investoren suchen ob der massiven
Renditeanstiege in den USA, Frankreich und anderswo »Schutz« in »sicheren« Bundesanleihen.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was lernen wir: Alles ist relativ. »Dümmer geht immer« ist die einzige Konstante. Leider ist kein Ende des „Race to the Bottom“
in Sicht. 
Gefühlt ist die Klimakatastrophe derzeit unser geringstes Problem.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für die Kapitalanlage gilt es, nach Schutzräumen zu suchen: Australien, Singapore und Kanada fallen &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt;
als erstes ein: Länder mit stabilen politischen Systemen — aber leider nicht von Europa und den USA entkoppelt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;BTW: Die Lunte für eine weitere geopolitische Rochade könnte bereits an diesem Wochenende in Brasilien angezündet werden,
falls sich das faschistische Lager dort nochmals die Macht sichert und Lateinamerika unisono stramm rechts wird.
Das wäre der erste Akt. Den zweiten eröffnet &lt;em&gt;Anthropic&lt;/em&gt;:&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;ein-junges-familienunternehmen-mit-2-billionen-dollar-marktwert&quot;&gt;Ein junges Familienunternehmen mit 2 Billionen Dollar Marktwert&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Jetzt muss es ganz schnell gehen. &lt;em&gt;Anthropic&lt;/em&gt; will das IPO unmittelbar nach den Midterms durchziehen, bevor demokratisch
geführte US-Kammern der »Gilded Age« ein Ende setzen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;2025 verbuchte das Unternehmen einen operativen Verlust von 8,1 Mrd. $, nach ca. 3 Mrd. $ im Jahr davor (Quelle: Reuters). 
Dagegen steht ein Umsatz von 4,2 Mrd. $. Für das erste Halbjahr prognostiziert &lt;em&gt;Anthropic&lt;/em&gt; einen Umsatz von 65 Mrd. $, legt
aber keine belastbare Bilanz vor. Die Kosten steigen rasant. Die reinen Betriebskosten verdreifachten sich von 2024 auf 2025
auf 25 Mrd. $. Die Hälfte davon sind Kosten für Infrastruktur und Rechenleistung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zumindest 2025 trugen Abo- und Tokenmodelle von Privat- und Firmenkunden (Claude) kaum zum Umsatz bei.
&lt;em&gt;Amazon&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Google&lt;/em&gt; waren Ankerkunden, die die Zahlungsströme dominierten. Gleichzeitig ist &lt;em&gt;Anthropic&lt;/em&gt;
Großkunde bei &lt;em&gt;Amazon&lt;/em&gt;-Cloud und auch bei &lt;em&gt;Google&lt;/em&gt; (TPUs und Cloud). Insgesamt ist das ein munteres
Hin- und Hergeschiebe von Aufträgen und Rechnungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Öffentlich diskutiert wird die konzerneigene Risikobeschreibung: „Unser Produkt kann die Menschheit auslöschen“. Das
liest sich wie die Warnung eines Atombombenproduzenten vor dem Einsatz der Bombe im Verteidigungsfall – verbunden
mit der Empfehlung, die Technologie aber unbedingt für die Stromversorgung flächendeckend einzusetzen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Höchstwahrscheinlich will sich &lt;em&gt;Anthropic&lt;/em&gt; damit gegen Regressansprüche aller Art absichern. Die Passage
öffnet ganz nebenbei den Raum für neue Realitäten und eine Risikoübereignung an die Anwender. In dieser
Realität ist ein Anwender für die Aktionen der AI während seines Auftrags verantwortlich und muss im
Zweifel eine Versicherung für den Einsatz von künstlicher
Intelligenz über einen Cloud-Anbieter abschließen. In diesem Fall stehen wir vor einer
wesentlichen Ausweitung des Geschäfts für die Versicherungsbranche.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kommen wir zum heikelsten Punkt des IPO-Prospekts: Die Rechtsform. Analog zu &lt;em&gt;SpaceX&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Meta&lt;/em&gt; sichern
sich die Gründer alleinige Entscheidungsbefugnisse:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Die sieben Mitgründer um Amodei und seine
Schwester Daniela, die Verwaltungsratschefin, werden
Anthropic über eine neue „Founder
LLC“-Gesellschaft kontrollieren: Per Mehrheitsbeschluss steuern sie eine einzige Aktie der Klasse F bei, die
50,1 Prozent der Stimmrechte bündelt.
Zusätzlich wählt ein Treuhändergremium ohne
Kapitalanteil, der Long-Term-Benefit-Trust, langfristig die Mehrheit des Verwaltungsrats. Anthropic firmiert als sogenannte Public-Benefit-Corporation, die
neben Rendite einen Gemeinwohlzweck verfolgen
muss.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;schreibt das Handelsblatt dazu. Welcome Back to the Gilded Age!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Anthropic&lt;/em&gt; strebt eine Marktkapitalisierung von zwei Billionen US-Dollar an. Es wäre der größte Börsengang überhaupt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eigentlich ein idealer Zeitpunkt, die AI-Blase platzen zu lassen, oder?&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;das-sicherheitsnetz&quot;&gt;Das Sicherheitsnetz&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Wenn die Blase platzt, flüchtet das Geld nicht (ausschließlich) in die Kasse — es flüchtet zu denen,
die den Ball schon letztes Mal nicht fallen ließen:  Equity mit starken Defensivqualitäten.
Hier ist Querdenken gefragt. Könnten Bankaktien 2027ff als Sicherheitsnetz fungieren,
ausgerechnet? Schließlich war der Sektor 2007 das Schwarze Loch, nicht das Netz darunter. Aber 2007
hatten wir eine Finanzkrise. Das muss sich erstens nicht wiederholen und zweitens
waren auch damals nicht alle Banken gleich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kanadische, australische und singapurische Banken spielten auch 2008 in einer anderen
Liga. Auf der anderen Seite: die &lt;em&gt;Société Générale&lt;/em&gt; schrammte in der Euroschuldenkrise
sehr knapp an einem GAU vorbei. Mit dem Blick auf die Zinsaufschläge in Frankreich ist
der europäische Bankensektor alles, aber kein sicherer Hafen für irgendwas.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Deshalb hat sich &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; gerade schweren Herzens von der &lt;em&gt;Caixa&lt;/em&gt; verabschiedet,
der heimliche Kronjuwel europäischer Banken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber auch bei den »guten« Banken gilt es aufzupassen und nachzurechnen. Das Maß der Dinge
ist primär der Eigenkapitalpuffer — die Regulierer
nennen ihn CET1. In dieser Hinsicht spielen die selektierten Banken hier in einer eigenen Liga.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die drei Hypothekenbanken im Bunde teilen ein Risiko und drei Preise. &lt;em&gt;Commonwealth
Bank of Australia&lt;/em&gt; (CBA) ist die beste Bank des Kontinents — Rekordgewinn, 14 Prozent Rendite aufs
Eigenkapital — und wird auch so bewertet: das Dreifache ihres Buchwerts. Wer das zahlt,
verlangt vom Management eine Eigenkapitalrendite von 58 Prozent. Die hat noch keine
Bank der Welt geliefert. &lt;em&gt;Westpac&lt;/em&gt; ist das Gegenstück: billigster Titel, fünf Prozent
Dividende, die Bewertung erfordert eine Rendite von
11 Prozent. Das leistet die Bank (noch) nicht. &lt;em&gt;ANZ&lt;/em&gt; steckt mitten im Zusammenschluss mit &lt;em&gt;Suncorp&lt;/em&gt;,
rührt sich im Kurs kaum und trägt die niedrigste Volatilität der Gruppe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Macquarie&lt;/em&gt;, der Anti-Zykliker (Slogan: „The bank that hates banks“, die pazifische &lt;em&gt;Goldman&lt;/em&gt;), stieg in den letzten 12 Monaten um elf Prozent, während die Hypothekenbanken
fielen — nur kam der Gewinnzuwachs zur Hälfte aus einem einzigen, marktnahen
Halbjahr.  Ebenso wie die US-_Goldman Sachs_ spielt die Bank zwar in einer eigenen Liga, im Krisenfall ist sie aber
wegen ihres Investmentbankings besonders volatil.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Toronto-Dominion&lt;/em&gt; schließlich glänzt mit dem stärksten Kapitalpolster
des Feldes. Der Aktienpreis ist den Fundamentals hoffnungslos davongelaufen — kaufen ist uninteressant, zum Verkaufen fehlt der Anlass: also stagniert der Aktienpreis. Dennoch: In der Vergangenheit hat die Bank sich mehrfach als Stabilitätsanker empfohlen.
Die Bank ist in Toronto und New York gelistet. Die Zweitnotiz in den USA macht sie verwundbar in einem möglichen nationalen
Abverkauf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Pointe liefert die Unauffälligste: &lt;em&gt;United Overseas Bank&lt;/em&gt; aus Singapore. Nach einer einmaligen Rückstellung für Hongkong-Immobilien, die den
Gewinn drückte, aber das Kapital nicht kratzte, verlangt ihre aktuelle Bewertung nur 11 Prozent
Rendite — geliefert wurden zuletzt 11,5. Sie ist der einzige Kandidat, wo Fundamentaldaten und Marktbewertung
zusammen passen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Engagement ist auch steuerlich interessant, anders als in Kanada und Australien müssen Ausschüttungen nicht im
Heimatland versteuert und danach mühsam zurückgeholt werden. Leider gibt es keinen Optionshandel. Erträge können
nicht durch konservative Stillhaltergeschäfte verbessert werden.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/740/u11_ses_2y_weekly_ohlcv.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Das Feld im Röntgenbild (P/B = Kurs geteilt durch Buchwert; Break-Even-RoE = die
Rendite, die der Kurs verlangt; Stand 2. Oktober):&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th&gt;Bank&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;P/B&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;RoE erreicht&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;CET1&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Break-Even-RoE&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;CBA (Australien)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;3,2&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;14,0 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;12,0 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;~58 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Macquarie (Australien)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;2,5&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;14,0 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;12,8 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;~40 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;TD (Kanada)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;2,2&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;15,8 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;14,3 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;35–37 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Westpac (Australien)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;1,7&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;11,0 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;12,4 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;24,1 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;ANZ (Australien)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;1,6&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;11,6 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;12,4 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;27 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;UOB (Singapore)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;1,4&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;11,5 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;15,3 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;~11 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Die Quintessenz: Das Sicherheitsnetz ist nirgends
so teuer wie dort, wo es am sichersten scheint — und nirgends so billig wie im
unspektakulärsten Hafen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alle Versuche, über eine Kombination aus Optionsverkäufen und Buy&amp;amp;Hold-Positionen
ein stabiles Sicherheitsnetz über den Bankensektor in Australien zu konstruieren, führen in der aktuellen Marktlage
nicht zum Ziel. Einzig eine diversifizierende Aktienposition in der &lt;em&gt;UOB&lt;/em&gt; ist aktuell
interessant.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Strukturen sind gelegt. Sollten sich die Rahmenbedingungen ändern, aktiviert &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; auf
Knopfdruck vorformulierte Sicherheitsnetze mit australischen Banken als Basiswerte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Stand: Kurse und Kennzahlen 2. Oktober 2026 (FT/LSEG);&lt;/em&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Basis:&lt;/em&gt; &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt;-&lt;em&gt;Equity-Reports CBA,WPC,MQG,ANZ,TD,UOB.&lt;/em&gt;
&lt;em&gt;Aufbereitung:&lt;/em&gt; &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; AI.&lt;/p&gt;</content><author><name></name></author></entry><entry><title type="html">Der schlafende Riese</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/739/" rel="alternate" type="text/html" title="Der schlafende Riese" /><published>2026-09-26T00:00:00+02:00</published><updated>2026-09-26T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-09-26-739.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/739/">&lt;h2 id=&quot;tierische-grüße-aus-lermoos&quot;&gt;Tierische Grüße aus Lermoos&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die letzten Spätsommertage verbringt &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; gleich hinter der Grenze in Lermoos.
Die Zugspitze immer im Blick, erkunden wir die Gegend mit Rad und per Pedes. Übermut kommt
bekanntlich vor dem Fall: Der Versuch, nach Garmisch zu radeln, ohne an der vielbefahrenen
Bundesstraße entlang zu müssen, kostete sehr viel Kraft. Am Ende haben wir zwar den Eibsee
grandios von oben betrachten dürfen, An- und Abstieg waren eine Herausforderung, die Evelyn fast verzweifeln ließen. &lt;a href=&quot;https://www.komoot.com/de-de/tour/3307670382&quot;&gt;» Hier «&lt;/a&gt; geht’s zur Aufzeichnung der Bergfahrt (Komoot).
Das Titelbild ist auf der Tuftl-Alm entstanden, dort wird biologische Tierhaltung praktiziert,
mit Galloways, richtigen Schweinen, die draußen rumlaufen, und Alpenschafen. Unten im Dorf
gibts im Restaurant Schweinshaxen von wenig artgerecht gehaltenen Tieren, die genauso so viel kosten, wie eine Scheibe Brot mit Käse auf der Alm.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aus dieser Perspektive hat &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; die Reaktionen auf die unerwartet positive
Konjunkturprognose angeschaut. Trotz aller Störmanöver der Merz-Koalition wächst die
heimische Wirtschaft. Das ist zum einen dem Geldregen aus den Sondervermögen zuzuschreiben,
zum anderen den Weichenstellungen der Ampel-Koalition. Letzteres darf man natürlich nicht
laut sagen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Wochenschluss bewies die politische Klasse ihre ökonomische Ohnmacht. Weil Geld scheinbar
ohne Limit ausgegeben werden kann, setzt man mit dem Tankrabatt ein weiteres Mal Grundgesetze
ökonomischen Handels außer Kraft. Es darf nicht sein, dass irgendjemand auf die Idee kommt,
sich Alternativen zu fossilen Energiequellen zuzuwenden, weil es günstiger ist. Stattdessen
reiht sich die Republik ein in den Club der Unterstützer der Ölkonzerne, eine Branche, die
ohne staatliche Unterstützung offenbar nicht existenzfähig zu sein scheint und/oder unendlich
mächtig ist. &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; versteht die Welt hier einfach nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Börsennotierungen haben nicht auf die verbesserte Konjunkturprognose reagiert,
die Notierungen schwanken quasi orientierungslos. Die Konjunkturaussichten sind längst
eingepreist. Interessanter: Auch hohe Öl- und Dieselpreise sind kaum preisrelevant. Selbst
stetig steigenden Renditen für europäische und US-amerikanische Staatsanleihen stehen
den aktuellen Preisniveaus nicht entgegen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ariston Holding&lt;/em&gt; (&lt;a href=&quot;/week/736&quot;&gt;Wochenbericht 36&lt;/a&gt;) markierte mit einem Wochenschlusskurs
von exakt 4 € ein neues strategisches Kaufsignal.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/739/ariston-signal.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Am Freitag hatte &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; per LinkedIn noch ein wenig nachgeholfen und öffentlich
auf das bevorstehende Kaufsignal aufmerksam gemacht. Ob es was geholfen hat?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Charttechnik des Werts ist jedenfalls höchst interessant. Die Aktie wies im Sommer eine
wenig nachvollziehbare Schwächephase auf. Nun zeigen sowohl der Umsatz- als auch der
Preischart ein trenddefinierendes Kaufsignal. Schauen wir mal, ob und, wenn ja, wie weit es trägt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;d&quot;&gt;D&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Es gibt Unternehmen, die schlafen, weil sie müde und erschöpft sind. Und es
gibt Unternehmen, die scheinen nur zu schlafen, tatsächlich sind sie höchst
agil. &lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt; gehört in die zweite Kategorie. Der Gewinn brummt, das Geschäft
wächst, die Bilanz ist eine Festung — und dennoch notiert die Aktie rund ein
Drittel unter ihrem Stand von vor einem Jahr. Ein KGV von 14,7 für ein
Unternehmen, das fast jeden dritten Yuan Umsatz als Gewinn behält. Das ist kein
Technologiewert, das ist ein Versorger. Nur dass Versorger keine Bruttomarge
von 56 Prozent haben und nicht 1,4 Milliarden Menschen täglich durch ihre App
führen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dieser Einleitung meldete sich &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; auf Anweisung hin, „mal was über &lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt;“ herauszusuchen.
Das ist recht gelungen, oder? Der Rest allerdings musste in weiten Passagen neu zusammengesetzt werden.
Weiter geht’s:&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;das-digitale-betriebssystem-einer-nation&quot;&gt;Das digitale Betriebssystem einer Nation&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Um zu verstehen, was &lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt; ist, hilft der Blick auf ein Handy in Shenzhen
oder Chengdu. Man zahlt den Straßenhändler mit WeChat Pay, bestellt das Taxi,
bucht den Zug, liest die Nachrichten, ruft die Eltern an — alles in derselben
Anwendung. WeChat ist nicht die chinesische Antwort auf WhatsApp; WhatsApp ist
ein Telefonbuch, WeChat ist eine Infrastruktur. Daraus entsteht ein
geschlossener Kreislauf: Die Plattform hält den Nutzer, der Nutzer generiert
Zahlungen, die Zahlungen erzeugen Daten, die Daten verfeinern Werbung und
Kreditvergabe. Der Bruttogewinn wächst seit 2021 um durchschnittlich 14,5
Prozent pro Jahr, deutlich schneller als der Umsatz — die Marge kletterte in
vier Jahren von 44 auf 56 Prozent.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;das-problem-der-dominanz&quot;&gt;Das Problem der Dominanz&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Natürlich hat die Geschichte einen Haken. Ant Financial hat 2020 vorgeführt,
was passiert, wenn ein Plattform-Betreiber zu selbstbewusst an die
Öffentlichkeit tritt: Jack Mas berühmte Rede zu den Perspektiven von &lt;em&gt;Ant
Financial&lt;/em&gt;, die gestrichene Börsennotiz, die Narben, die &lt;em&gt;Alibaba&lt;/em&gt; bis heute
trägt. &lt;em&gt;Alibaba&lt;/em&gt; wurde nicht bestraft, weil es schlecht wirtschaftete, sondern
weil es zu sichtbar und zu mächtig wurde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt; hat die Lektion studiert. Der Konzern verkaufte Beteiligungen (JD.com, Meituan),
verzichtet auf Empire-Building, gibt stattdessen rund 4 Prozent der
Marktkapitalisierung jährlich an die Aktionäre zurück. Bei der künstlichen
Intelligenz tritt man leise auf: Der AI-Agent für WeChat wird nicht als Triumph
vermarktet, sondern „compliance-first“ ausgerollt. Das ist weniger spektakulär,
aber es ist die Überlebensstrategie eines Konzerns, der verstanden hat, dass in
China Dominanz geduldet, Sichtbarkeit aber bestraft wird. Der Kursabschlag
bepreist das Risiko einer regulatorischen Unterbrechung — nicht die
Wirtschaftlichkeit des Geschäfts.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;dividenden-und-buy-backs&quot;&gt;Dividenden und Buy-Backs&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt; zahlt ökonomisch mehr zurück als ein solider Versorger: 1,2 Prozent
Dividendenrendite plus Rückkäufe ergeben eine effektive Dividendenrendite von
etwa 3,1 Prozent. Anders als die US-Technologietitel finanziert &lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt; neben
den Ausschüttungen an die Investoren auch die Entwicklung der AI aus dem
operativen Cashflow. Man stelle sich vor, der Konzern würde die Dividende
weiter erhöhen. Der Markt würde dies als Warnsignal verstehen: Steigende
Dividenden implizieren, dass Shenzhen die Wachstumsära für beendet erklärt.
Aktienrückkäufe sind die klügere Form des Kapitalzurückflusses. &lt;strong&gt;Ein Muster,
das sich durch viele Werte zieht, die in den vergangenen Wochen an dieser
Stelle besprochen wurden.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;liquiditätssorgen-in-hongkong&quot;&gt;Liquiditätssorgen in Hongkong&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;2026 nutzten auffällig viele chinesische AI-Startups den Börsenplatz Hongkong
für ihr internationales IPO. Am &lt;em&gt;Hang Seng&lt;/em&gt; konkurrieren alle um Anlegergelder.
Die blumigen Versprechungen lösen Verkäufe bei Bestandspositionen der
Schwergewichte aus. Hinzu kommt: die Neuzugänge verdrängen Bestandstitel aus
den Indizes — &lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt; trägt mit &lt;em&gt;Alibaba&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Meituan&lt;/em&gt; zusammen über 20
Prozent des &lt;em&gt;Hang Seng&lt;/em&gt;. Der Kursdruck auf die Aktien der Schwergewichte spiegelt
schlicht einen lokalen (und wahrscheinlich temporären) Liquiditätsabfluss wider, keinen Substanzverlust. Die Gewinne wachsen, während der
Preis fällt — das gibt es sonst nur in Lehrbüchern.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/739/tencent-iv.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;h3 id=&quot;surprise-stillhalter-sind-wenig-attraktiv&quot;&gt;Surprise: Stillhalter sind wenig attraktiv&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Damit zur Frage, die einen Einkommensanleger natürlich reizt: Lohnt das
Schreiben von Optionen auf &lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt;? Die These fällt für Covered Calls knapp
aus: &lt;strong&gt;Nein — &lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt; ist kein Stillhalter-Wert, sondern ein Richtungs-Wert.&lt;/strong&gt;
Dafür spricht der Chart selbst, zweimal sogar. Im Dezember 2024 und im Juni
2025 sank die implizite Volatilität auf Tiefstände um 19 bis 22 Prozent — und
beide Male war die niedrige IV der Vorbote der kommenden, news-getriggerten Aufwärtsbewegung: Nach
Dezember 2024 legte die Aktie in drei Monaten 22 Prozent zu, nach dem Sommer
2025 sogar 36 Prozent. Wer an diesen Tiefständen Calls verkaufte, hatte trotz „normaler Prämien“ das Nachsehen.
&lt;strong&gt;Eine niedrige IV ist bei
&lt;em&gt;Tencent&lt;/em&gt; historisch kein Prämien-Signal, sondern ein Kaufsignal&lt;/strong&gt; — die
Volatilitätskurve atmet vor jedem Kursanstieg ein. Der aktuelle Newsflow —
TenPayGo gegen Alipay, der vorsichtige AI-Agent-Launch, die Aufholjagd von 411
auf 437 HKD — liest sich als dritte Auflage dieses Musters.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Mathematik für Cash Secured Puts überlässt &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; seinen aufmerksamen Leser:innen.
Interessenten sendet &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; gern ein Entscheidungsdeck mit der vollständigen Stillhaltermatrix.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Stand aller Kurs- und Volatilitätsdaten: 25. September 2026.&lt;/em&gt;
&lt;em&gt;Quellen: Diverse FT-Artikel; Kurs: FT Historical Prices
(LSEG; ARIS:MIL, 700:HKG), weiterführende Details in Equity-Dossier + Stillhaltermatrix &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; AI.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</content><author><name></name></author></entry><entry><title type="html">Tankrabatt, Krypto und SmartGlasses</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/738/" rel="alternate" type="text/html" title="Tankrabatt, Krypto und SmartGlasses" /><published>2026-09-19T00:00:00+02:00</published><updated>2026-09-19T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-09-19-738.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/738/">&lt;p&gt;Das Coverbild ist &lt;a href=&quot;https://wahl.land/berlin/linke&quot;&gt;wahl.land/berlin&lt;/a&gt; entnommen. Es steht Pate für
das aktuelle Versagen der Bundespolitik. Der voraussichtliche Wahlsieger in der Hauptstadt, die Linke,
zeichnet neben einer progressiven Wohnungspolitik auch ein modernes »Stadtbild«, viel Bewegung im
öffentlichen Raum, kaum private Fahrzeuge – und ein »Kiez-Cafe« für jeden Stadtteil.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alles bezahlbare Vorschläge. In der bürgerlichen Presse – und leider auch im öffentlich rechtlichen
Rundfunk – wird dagegen auf die Enteignungsfrage für Wohngesellschaften und den latenten Antisemitismus
kapriziert. Dabei schreit die Unterstützung des faschistischen Staat Israel durch die etablierten Parteien
zum Himmel. Die Linke ist die einzige Partei, die diese Diskussion in der gebotenen Breite führt. Sie zahlt
leider einen hohen Preis dafür. Gleiches gilt für die Wohnungspolitik. Die Linke will
den Volksentscheid für eine Enteignung großer Wohnungsgesellschaften (26.9.2021) umsetzen.
Ja – in Berlin werden die übrigen Parteien (die Grünen eingeschlossen) auch für ihr Versagen in dieser
Angelegenheit abgestraft. Der Deutschlandfunk nennt das „Comeback des Sozialismus“, &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt;
sieht eine Annäherung an Wien, einer der lebenswertesten Städte der Welt, dank eines hohen Anteils kommunaler
Wohnungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kommen wir zur vermutlich peinlichsten Entscheidung einer Bundesregierung überhaupt: Der »Tankrabatt 3.0«.
Der erste Tankrabatt der Ampel-Regierung diente der Entlastung von Vielfahrern und war ausdrücklich
als Ergänzung des damaligen 9-Euro-Tickets konzipiert. Letzteres sicherte preiswerte Mobilität für alle.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der zweite Tankrabatt, von Mai bis Juni 2026 kostete 1,6 Mrd. € und half Vielfahrern und Besitzern
von SUVs. Wer sich umweltbewusst verhielt, also Bahn fuhr oder mit Solarstrom, ging leer aus – er zahlte bzw.
zahlt die Zeche aber über die allgemeinen Steuern.&lt;br /&gt;
Der dritte Tankrabatt wird mit 2,5 Mrd. € nochmals teurer. Es profitiert wiederum das mit fossilen
Automobilen fahrende Klientel der CDU. Willkommen an den Fleischtöpfen, meine Damen und Herren. Wundern Sie
sich aber bitte nicht, wenn alle übrigen bei den Wahlen ihr Kreuz an der vermeintlich falschen Stelle machen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;surprise-krypto-meldet-sich-zurück&quot;&gt;Surprise: Krypto meldet sich zurück&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;In der Berichtswoche erhöhte die FED erwartungsgemäß die Leitzinsen. Das Signal: Die Inflation
in den USA ist weiterhin außer Kontrolle, eine Politik der stillen Hand ist nicht mehr hilfreich.
Über zwei Jahre hatte die FED – auch wegen ständiger Attacken aus dem Oval Office, trotz kontinuierlich
steigender Marktzinsen die Leitzinsen selbst konstant gelassen.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/738/eth.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Vordergründig zeichnet sich ein neuer Zyklus für &lt;em&gt;Ethereum&lt;/em&gt; ab. In Abwesenheit belastbarer »Fundamentals« dominiert
die Charttechnik das Preisgeschehen. Der Abwärtstrend ist klar abgeschlossen, der Preis von &lt;em&gt;Ethereum&lt;/em&gt; hat sich
oberhalb der 50-Tageslinie eingerichtet und ist nun über das Maximum der letzten Welle im April geklettert:
Ein klares Kaufsignal.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gibt einen Spielverderber: Die Volatilität. Diese geht beständig zurück. Im Aufwärtszyklus 2025 war die Volatilität
deutlich höher. Dies ist beim &lt;em&gt;Bitcoin&lt;/em&gt; sogar noch ausgeprägter.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/738/ibit.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Dies kann als zurückgehendes Interesse an den beiden Krypto-Assets interpretiert werden oder als Prozess der
Normalisierung. Im Rahmen der gerade ruhenden &lt;a href=&quot;https://btc.hieron-y-mus.de&quot;&gt;Bitcoin-Handelsstrategie&lt;/a&gt; war der
anhaltende Preisdruck in Kombination mit zurückgehenden Volatilitäten und zurückgehenden Handelsvolumina des
&lt;em&gt;IBIT&lt;/em&gt;-ETF der Grund der Aussetzung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das neue Kaufsignal und (bei &lt;em&gt;Ethereum&lt;/em&gt;) die Kombination mit einem steigenden Handelsvolumen bei zumindest akzeptablen
Volatilitäten liefert einen Anlass, die Handelsstrategie zu reaktivieren. Sie wird allerdings an die
veränderte Finanzmathematik angepasst. Der ursprüngliche Ansatz, Optionen mit einem Delta von 0,1 zu veräußern,
passt bei sehr hohen Volatilitäten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn die Volatilität auch bei steigenden Marktpreisen nicht anspringt, fehlen einfach spekulative Adressen.
Diese waren in der Vergangenheit für starke Preisausschläge verantwortlich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aktuell glänzt die Assetklasse Krypto wegen ihrer geringen Korrelation zum Aktienmarkt. Das klare
charttechnische Kaufsignal ist allzu verführerisch. Die Positionsgröße ist entsprechend (klein) zu wählen, damit
man nicht den Rufen der Sirenen zum Opfer fällt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;essilorluxottica-geniestreich-oder-griff-ins-fallende-messer&quot;&gt;EssilorLuxottica: Geniestreich oder Griff ins fallende Messer?&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Es waren einmal zwei Unternehmen, die sich dieselbe Nase teilten. &lt;em&gt;Essilor&lt;/em&gt; schliff die Gläser, &lt;em&gt;Luxottica&lt;/em&gt;
besaß die Marken und einen Laden an jeder Ecke — 2018 heirateten die beiden für rund 50 Milliarden Euro.
Heraus kam &lt;em&gt;EssilorLuxottica&lt;/em&gt; (EL): das einzige Unternehmen, das die gesamte Wertschöpfung kontrolliert, vom Rezept des Augenarztes bis zur Sonnenbrille auf der Nasenspitze. Linsen verkaufen sich zum drei- bis Fünffachen des Großhandelspreises, die Bruttomarge hält seit fünf Jahren konstant 60 Prozent, und 18.000 eigene Läden sind ein Burggraben: Jeder kann einen Optikerladen eröffnen, kaum jemand kann 18.000.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Traditionskonzern kam in der Moderne an! Brillen würden das Smartphone ersetzen, verkündete Chef Milleri, Zuckerberg kaufte fünf Prozent, die Aktie raste auf 323,80 €, und Analysten tauften das Unternehmen »das Samsung of Europe«. Es folgte die Desillusionierung — doch der bemerkenswerte Teil ist, womit sie NICHT zusammenhing: H1 2026 Umsatz plus 5,7 Prozent, operatives Ergebnis plus 14,6 Prozent, beste Halbjahresmarge seit 2021. Was kippte, war die Familie. Der Gründer-Sohn Del Vecchio scheiterte mit dem Versuch, sich den Block der Familie abzukaufen; die EL-Aktie war dabei ihr eigenes Pfand — ihr Kursverfall minderte die Besicherung und trieb den nächsten Kursverfall. Dann trat der Sohn zurück, Milleri baute das Management um, und die Aktie driftete ohne einen einzigen Crash-Tag um 56 Prozent unter ihr Hoch: kein Schock, ein müder Ausverkauf.&lt;/p&gt;

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  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/738/el.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Stand 17. September: Kurs 141,45 €, P/E 27 nach einst 63, Dividendenrendite 2,83 Prozent, 21 von 25 Analysten halten an ihrem „Kaufen“-Rating fest — und das Basis-DCF des &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt;-Reports landet mit 138 € praktisch exakt beim Kurs. Der Markt bezahlt also den Brillenriesen und keinen Zentimeter der Smart-Glasses-Story mehr. Aber Vorsicht: 82 Prozent des Eigenkapitals sind Goodwill – und stehen im Feuer, falls die Marken schwächeln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Klar – man kann einfach die Aktie kaufen und hoffen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein unmittelbarer Trendwechsel ist möglich – aber sehr unwahrscheinlich. Die nicht mehr steigende Volatilität
zeigt hier, dass es kaum Absicherungsbedarf gibt. Die »zittrigen Hände« haben das scheinbar sinkende Schiff verlassen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Spannend ist die Zurückhaltung trotz erhöhter impliziter Volatilität. Sie zeigt, dass die verbliebenen Investoren zwar durchaus risikobewusst sind und sich moderat gegen weitere Preissenkungen absichern. Gleichzeitig gibt es aber keine Spekulation auf einen
Trendwechsel. Nur unverzagte Stillhalter wetten hierauf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bis April 2027 hängt zudem die Bestätigung von Milleri über dem Wert. Das ist gut für die Volatilität und
(vermutlich) schlecht für den Marktpreis.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Titel wandert ganz nach oben auf die Watchlist. Er bietet sich für eine erste kleine und sehr defensive Position an,
bei der eine Ausübung billigend in Kauf genommen werden kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Familien-Zwistigkeiten sind stets negativ. &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; schaut sich gerade die HBO-Serie »Succession« an,
in der die Nachteile eines familiengeführten Konzerns in diversen Staffeln ausgebreitet werden. Bei der &lt;em&gt;EL&lt;/em&gt; sind
sogar zwei Familien beteiligt, was die Situation nochmals verkompliziert.&lt;/p&gt;

&lt;aside class=&quot;wb-note&quot;&gt;&lt;p&gt;Die These: &lt;em&gt;EssilorLuxottica&lt;/em&gt; ist kein kaputter Konzern, sondern ein intakter, der öffentlich sein Erbe regelt. Die Zahlen lachen über die Börse; die Börse antwortet mit Misstrauen, bis die Familienfrage geklärt ist.&lt;br /&gt;
… &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; …&lt;/p&gt;&lt;/aside&gt;</content><author><name></name></author></entry><entry><title type="html">Geld wird teurer</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/737/" rel="alternate" type="text/html" title="Geld wird teurer" /><published>2026-09-12T00:00:00+02:00</published><updated>2026-09-12T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-09-12-737.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/737/">&lt;h2 id=&quot;usa-das-haus-hat-verloren--und-nun&quot;&gt;USA: Das Haus hat verloren — und nun?&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Wem gehört der US-Anleihemarkt? Der US-Finanzminister (Ex-Hedgefonds-Manager,
Lehrling bei George Soros) dachte tatsächlich: Ihm. Breitbeinig stellte er sich
vor die Kameras und warnte: „Ich weiß recht gut, was hinter den Kulissen
gespielt wird – aber ich bin jetzt das Haus. Ihr könnt gerne gegen mich
wetten.“ Am Mittwoch intervenierte das Schatzamt in Washington: Man werde für
„mindestens“ vier, höchstens sechs Milliarden Dollar eigene Anleihen
zurückkaufen, um das „Fieber“ zu senken, das Finanzminister Scott Bessent
ausgemacht haben wollte. Die Renditen kletterten trotzdem weiter.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;montag-bis-freitag-eine-chronik-in-zählern&quot;&gt;Montag bis Freitag: eine Chronik in Zählern&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Bereits der Dienstag zeigte, wohin die Reise geht: Großbritannien platzierte
30-jährige Gilts zu 5,82 % — die teuerste Emission seit Gründung des Debt
Management Office 1998. Am Mittwoch dann der Buyback-Plan der USA, 6
Milliarden, enttäuschend klein gegen die erwarteten 10 Mrd. $. 10-jährige
Treasuries zogen auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren an. Am Donnerstag
eskalierte es: Zu den Konditionen des Schatzamts wurden nur Anleihen über 5,2
Mrd. $ angedient. Später platzierte die US-Treasury eine neue Anleihe (30 J),
Volumen: 22 Mrd. $. Sie wurde zu 5,32 % begeben, dem höchsten Satz seit 2001. Bessent hatte hoch gewettet, ja es sogar mit der
historischen Rede Mario Draghis aufgenommen (Whatever it takes …) und wurde
auf ganzer Linie vorgeführt. Er mag zwar „Das Haus sein“, muss aber offenbar
hart daran erinnert werden, dass es seinem Chef mühelos gelang, ein Spielkasino in den
Bankrott zu treiben – das Haus gewinnt eben nicht immer.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Freitag beruhigte sich die Lage, als Ölpreise nach einem FT-Bericht über
bevorstehende Golf-Iran-Gespräche fielen. Die 30-jährigen US-Renten gaben
leicht nach. Die deutschen nicht: Der Bund stand bei 3,51 %, dem höchsten
Niveau seit 2009, knapp über den Marken der Eurokrise.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;europa-trifft-es-härter&quot;&gt;Europa trifft es härter&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Alle Aufmerksamkeit ist auf die Rekordverschuldung der USA, die gleichzeitig
stark steigenden Preise für Energie und Lebensmittel und den
Wahlkampf vor den Midterms im November gerichtet. Dabei geht unter, dass die
Zinsanstiege in Europa heftiger sind, als auf der anderen Seite des Atlantiks.
Ein Teil des Drucks am Anleihemarkt kommt von der EZB, die am Donnerstag den
Leitzins anhob. Aber auch die Rekordverschuldung der Bundesrepublik und
insbesondere die Unsicherheit vor den Haushaltsberatungen und den
Präsidentschaftswahlen in Frankreich treiben das Zinsniveau.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Apropos Frankreich: Die Zehnjährigen notieren bei 4,45 %, dem höchsten Stand seit
2008 — im Februar standen sie bei 3,22 %, ein Anstieg von 123 Basispunkten in
sieben Monaten. Der Spread zum Bund: über 90 Basispunkte, so weit seit der
Eurokrise 2012 nicht mehr, weiter als Griechenland, weiter als Italien.
Finanzminister Lescure bilanzierte nüchtern, man gebe inzwischen mehr für den
Schuldendienst aus als für Bildung oder Verteidigung aus — 65 Milliarden Euro, plus
25 Prozent binnen Jahresfrist — und halbierte die Wachstumsprognose auf 0,5 Prozent.
Der RN bringt traditionell immer wieder populistisch eine Vernichtung von Staatsanleihen durch die &lt;em&gt;Banque de France&lt;/em&gt; ins Gespräch – obwohl das innerhalb der Eurozone völlig ausgeschlossen ist.
Christine Lagarde wurde auf der EZB-Pressekonferenz auf die weiten Spreads
angesprochen und wollte nicht antworten. Das ist selbst eine Antwort.&lt;/p&gt;

&lt;aside class=&quot;wb-note&quot;&gt;&lt;h3 id=&quot;chancen-für-langläufer-aus-frankreich&quot;&gt;Chancen für Langläufer aus Frankreich?&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Im Jahr 2020 emittierte die Banque de France einen Langläufer mit einer Verzinsung von 0,5 Prozent.
Die Erstzeichner zahlten die komplette Nominale: 100 %.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Kurs der Anleihe kennt seitdem nur eine Richtung: gen Süden. Aktuell kann man die Anleihe zu 22 % erwerben;
man zahlt 2.200 € für eine Nominale von 10.000 € und erhält Zinszahlungen auf die Nominale.
Im Ergebnis rentiert die Anleihe mit mehr als 4,5 % p.a.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/737/frankreich.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Eine schnelle Erholung ist nicht absehbar. Auf dem aktuellen Preisniveau erleidet
man höchstwahrscheinlich selbst bei einer Restrukturierung französischer Staatsanleihen keine
Verluste. Wir näheren uns traditionellen Kaufzonen für Anleihen. Zuletzt öffnete sich
2007/08 eine derartige Opportunität. Im Idealfall steigt in den kommenden Monaten
das Handelsvolumen bei gleichzeitig weiter fallenden Notierungen. Dann schnappt der
gemeine Bond-Trader das Angebot.&lt;/p&gt;&lt;/aside&gt;

&lt;h2 id=&quot;alles-dreht-sich-um-treasuries&quot;&gt;Alles dreht sich um Treasuries&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Im Juli intervenierte der US-Finanzminister gemeinsam mit der Bank of Japan (BoJ) am Währungsmarkt. Vordergründig war es ein Freundschaftsdienst. Die
BoJ hat ein großes Interesse an einer Aufwertung des Yen. Die US-Intervention
war allerdings „weird“: Anstatt den Yen-Kurs durch Käufe von US-Dollar
oder US-Treasuries zu stützen, setzten die USA auf den Euro.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch damals war der Schutz der US-Staatsanleihen das Primärziel der USA. Japan
ist aufgrund der jüngsten Aufwertung des Yen nicht mehr gezwungen,
US-Treasury-Bestände zu liquidieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die aktuellen Interventionen des US-Schatzamts (Käufe von Langläufern und
Verkäufe von Anleihen mit kurzen Laufzeiten) dienen ebenfalls dem Ziel, den
Markt zu stabilisieren und große Adressen von einer Reduktion ihrer
Staatsanleihenquoten abzuhalten. Die jüngste Renditeentwicklung in Europa
spielt den USA in diesem Sinne in die Karten. Dennoch: Der norwegische
Staatsfonds erwägt, US-Treasuries gegen US-Corporate Bonds zu tauschen. Das
hätte fatale Konsequenzen für die US-Staatsfinanzen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenig hilfreich ist die US-Tagespolitik. Jeder kennt inzwischen die Charts mit
dem immer steileren Anstieg der US-Staatsschuld (aktuell 40 Billionen Dollar).
Trotzdem stellt sich der Präsident vor seine Anhänger und verspricht: 5.000 Dollar
für jeden, falls seine Partei die Midterms gewinnt. Das kostet eine weitere
Billion Dollar – Kleingeld für einige, 3,5 % des BIP für alle übrigen.&lt;/p&gt;

&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th&gt;10Y-Rendite, Stand Freitag&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Niveau&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Höchststand seit&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;US Treasury&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;4,92 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Ende 2007 / Oktober 2023 (30Y: 5,32 %)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Bund&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;3,51 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;2009&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;OAT&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;4,45 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;2008&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;Gilt&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;5,34 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;2007&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;JGB&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;&amp;gt;3 %&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;~1996&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Die Bank of America formulierte es als Doppelbelastung: Öl nach oben, „buybacks
and growing credibility risks“ drücken die Term-Prämie. Und Stanley
Druckenmiller — Mentor sowohl von Bessent als auch von Fed-Chef Warsh — sagte
hinter verschlossenen Türen, die Renditen seien „ein bisschen niedrig“. Wenn
der Mentor des Notenbankchefs das sagt, meint er: Es ist nicht vorbei.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor einigen Wochen veröffentlichte die FT ein Diagramm, wonach die traditionell negative
Korrelation zwischen Anleihen- und Aktienpreisen aufgebrochen ist. Das soll erklären, warum
die Renditen stark steigen können, die Preise für Aktien aber trotzdem stabil bleiben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun – das war auch in der Übertreibungsphase 1996–2001 so. Die Inflation veranlasste die
Notenbanken, die Leitzinsen ständig anzuheben, die Kapitalrendite stieg immer weiter und die
Aktienindizes feierten immer neue Höchststände.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie damals zeigen sich auch heute disruptive Produktivitätsfortschritte. Die Party ist offensichtlich
noch nicht zu Ende. Das zeigen auch ein Blick in das AI-Labor im Halfgarten und der folgende &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; Statusbericht.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;quasimodo--the-teaching-of&quot;&gt;&lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; .:. The teaching of&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;In den vergangenen Monaten entwickelten sich AI-Modelle stürmisch. Lokal einsetzbare Modelle sind
heute leistungsfähig wie Frontiermodelle vor einem halben Jahr. Mit einer stabilen Konfiguration
des neuen Flaggschiff-LLM für lokale Inferenz aus dem Hause &lt;em&gt;Alibaba&lt;/em&gt; (Qwen3.8-Flash-Next) gelang ein Durchbruch
bei der automatisierten Erstellung von Unternehmens-Reports, die aus Fundamentaldaten der LSEG und
verifiziertem journalistischem Kontext aus Handelsblatt und Financial Times aggregiert werden:
Die Reports werden durch die AI in reproduzierbarer Qualität erstellt, der Prozess ist deterministisch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Montag war &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; mit dem Rad zwischen Merklingen auf der schwäbischen Alb und Leipheim an der Donau
unterwegs &lt;a href=&quot;https://www.komoot.com/de-de/tour/3265334689&quot;&gt;Komoot-Aufzeichnung&lt;/a&gt;. Das ist aber nur die Ra(n)dnotiz.
Vor der Abfahrt wurde &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; instruiert, aktuelle Analystenkommentare bezüglich der &lt;em&gt;Nordex&lt;/em&gt;-Aktie
einzuordnen und zu bewerten.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/737/nordex.png&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Ohne Zweifel: Trotz des (noch) gewöhnungsbedürftigen Sprachstils kann man damit gut arbeiten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Erkenntnis:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; liefert nicht nur Analysen. Der Assistent kann hieraus auch selbstständig eine Handelsmatrix erstellen,
die direkt für den Positionsauf- und -abbau genutzt werden kann.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Im nächsten Schritt wurde dies erweitert, um die Sinnhaftigkeit von Stillhalterpositionen auf unterschiedliche
Basiswerte zu ermitteln. Nach wenigen Runden gelang es dem Assistenten, zuverlässig attraktive Basiswerte zu
identifizieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der inzwischen stabile Gesamtprozess (von &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; visualisiert):&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/737/report.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;h3 id=&quot;a2-milk--überprüfung-der-these&quot;&gt;A2 Milk – Überprüfung der These&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Prozess liefert mit bekannten und nachrichtlich gut gestützten Werten wie &lt;em&gt;Munich Re&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;RWE&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Bayer&lt;/em&gt; außerordentlich
gute Ergebnisse. Wie sieht das aber mit weniger bekannten Werten mit indifferenter News-Coverage aus?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hierfür wurde &lt;span class=&quot;wordmark wordmark--qasi&quot;&gt;Qu&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;ASI&lt;/em&gt;modo&lt;/span&gt; auf &lt;em&gt;A2 Milk&lt;/em&gt; angesetzt, einer Molkerei mit Commonwealth-Vergangenheit, Sitz: Neuseeland.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das ist das Deckblatt des &lt;em&gt;Entscheidungsdeck-Reports&lt;/em&gt;, der die Grundlage für den AI-gestützten Positionsaufbau bildet.&lt;/p&gt;
&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/737/a2m-1.png&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;


&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;An dem Entscheidungsdeck muss noch ein wenig gefeilt werden. Die erste Version zeigt aber bereits, wohin die Reise führen wird.
Die gesamte Entscheidungsvorlage ist &lt;a href=&quot;/pdf/a2m.pdf&quot;&gt; &amp;gt; hier &amp;lt; &lt;/a&gt; abrufbar.&lt;br /&gt;
Sie ist der Beweis für erzielbare Produktivitätsfortschritte durch den konsequenten Einsatz lokaler AI.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;small&gt;Quellen: FT: „Scott Bessent fails to break ‘fever’ in US bond market“ (10./11.09.), „Global bond sell-off reignites as oil jumps to $109“ (10.09.), „Bond markets stabilise after global sell-off“ (10./11.09.), „Is Scott Bessent winning the wrong battle in markets?“ (Katie Martin, 11.09.), „France’s debt interest bill to jump 25% this year“ (11.09.), „UK pays highest borrowing cost since 1998“ (08.09.), „Japan must raise rates“ (09.09.), „High oil prices could force ECB to raise rates further“ (11.09.), Live-Blog „Bond rout as it happened“ (10.09.)&lt;/small&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</content><author><name></name></author></entry><entry><title type="html">Alle Wege führen nach Asien</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/736/" rel="alternate" type="text/html" title="Alle Wege führen nach Asien" /><published>2026-09-05T00:00:00+02:00</published><updated>2026-09-05T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-09-05-736.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/736/">&lt;h2 id=&quot;ariston--deutsche-heizungen-und-vietnamesische-wasserfilter&quot;&gt;Ariston – deutsche Heizungen und vietnamesische Wasserfilter&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Ein italienischer Hersteller von Sanitärartikeln beschließt 1988, nach Vietnam
zu gehen. In einen kommunistischen Staat, wo westliches Kapital schlicht
»exotisch« ist. Fast vier Jahrzehnte später, im Januar 2014, nahm &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; in
Bắc Ninh eine Fabrik für Wassererhitzer in Betrieb — Boiler, Durchlauferhitzer,
Wärmepumpen-Boiler für Südostasien — der 2025 die Bronze-Medaille für
Weltklasse-Fertigung verliehen wurde. Und nun, am 3. September 2026, meldete ebendieser Hersteller
eine Übernahme, die auf den ersten Blick winzig wirkt: 83 Prozent an &lt;em&gt;Mutosi&lt;/em&gt;,
einem Anbieter für Trinkwasseraufbereitungssysteme aus Hanoi, 14 Millionen Euro Umsatz im Jahr.
Das war für &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; die Meldung der Woche.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vierzehn Millionen. Bei einem Konzern mit 2,7 Milliarden Umsatz ist das ein
Rundungsfehler — gut ein halbes Prozent. Und trotzdem springt der Aktienkurs am
Tag nach Veröffentlichung des Deals intraday knapp vier Prozent an.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein geschickt lancierter PR-Artikel im Handelsblatt (4. August 2026) weckte das
Interesse. Aufhänger damals: Paolo Merloni („Unternehmer des Tages“, Seite 25)
erzählt eine Milliardenwette auf den deutschen Heizungsmarkt — CCS, Wolf,
Mainburg, Habecks Heizungsgesetz. Darin sagt der Executive Chairman den Satz,
man sei „ein europäisches Unternehmen mit tiefen Wurzeln in Italien und
Deutschland“, und der Mediobanca-Analyst Alessandro Tortora pflichtet bei:
Allrounder des thermischen Komforts; die Strategie passe für Deutschland und
Italien. Es geht  um – &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; – mit Sitz in Milano, wo auch sonst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Halbjahreszahlen geben dem scheinbar Recht. &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; weist den Umsatz nach Regionen
aus: Europa trägt 995 von 1.347 Millionen Euro, also 74 Prozent, und wächst mit
sieben Prozent am Stärksten. Asien inklusive Nahost bringt es
auf 226 Millionen Umsatz, gut ein Viertel des Europageschäfts — und
schrumpft um 3,5 Prozent; Nord- und Südamerika tragen weitere 9 Prozent bei
(−0,7 Prozent YoY). &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; kauft kräftig zu: &lt;em&gt;Riello&lt;/em&gt; für 320 Millionen Euro
in Italien, vorab &lt;em&gt;CCS&lt;/em&gt; für eine Milliarde in Deutschland (inklusive Wolf
Wärmepumpen); das &lt;em&gt;Lennox&lt;/em&gt;-Joint-Venture in Nordamerika, die restlichen
&lt;em&gt;Chromagen&lt;/em&gt;-Anteile in Australien und nun &lt;em&gt;Mutosi&lt;/em&gt; in Vietnam.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Blick auf den
Chart zeigt allerdings eine brutale Realität: Seit der Integration von &lt;em&gt;CCS&lt;/em&gt; im Jahr
2022 ist der Börsenwert drastisch gesunken. Die jüngsten Umsatzausweitungen
sind in den aktuellen Handelspreisen eingepreist. Erst die
Akquisitionen in Australien und nun Vietnam bestätigen eine Bodenbildung. Die
entscheidende Frage: Was qualifiziert eine Akquisition mit 14 Mio. € Umsatz als
Trigger für eine Bodenbildung, wenn Zukäufe und Beteiligungen im
Milliardenbereich für Aktionäre ein Geldgrab darstellten?&lt;br /&gt;
Im Kern: die
Perspektive auf wiederkehrende Umsätze jenseits des Heizungszyklus.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/736/aris_mil_4y_events_ohlcv.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 1: Ariston (ARIS:MIL) — Kursverlauf vier Jahre mit Zukaufs-Markern
(CCS, Lennox-JV, Chromagen, Riello, Mutosi). Die Milliardenwette Richtung
Europa (CCS, Riello) fällt in die Abwärtsphase, die kleinen Signale (Chromagen,
Mutosi) in die Bodenbildung. Aufbereitung: QuASImodo AI&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;h3 id=&quot;was-mutosi-eigentlich-ist&quot;&gt;Was Mutosi eigentlich ist&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Mutosi&lt;/em&gt; wurde 2018 gegründet, besitzt eine Fabrik in Hanoi und verkauft
Wasserreiniger — stehend, unter der Spüle eingebaut, samt Ersatzteilen und
Servicepaketen. Das Geschäftsjahr 2025 brachte 14 Millionen Euro bei jährlichen
Wachstumsraten im mittleren zweistelligen Bereich. Trinkwasserreinigung boomt in
Vietnam, weil Leitungswasser dort kein Trinkwasser ist und die Alternative in Plastik daherkommt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der eigentliche Kaufgrund steht zwischen den Zeilen der Pressemitteilung:
Filterwechsel. Ein Wasserreiniger, der in jedem vietnamesischen Haushalt hängt,
braucht alle paar Monate neue Filter — über Jahre. &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; kauft nicht nur
eine Fabrik nebst eingeführter Produktlinie. &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; hat es auf die
Kundenbeziehungen abgesehen, auf stetige, planbare Umsätze. Der Filter unter
der Spüle ist im übertragenen Sinn eine Maut auf den Wasserverbrauch. Es
besteht zwar kein Zwang, diese Maut zu begleichen. Trinkwasser wird aber immer
wichtiger; wer den Aufbereitungsprozess beherrscht, kann hohe Margen verlangen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und das Schöne aus Sicht des Konzerns: Die Vertriebsleitung gehört längst
Ariston. Seit 1988 hat die Gruppe in Vietnam alle Kanäle aufgebaut —
traditionellen Handel, modernen, Online-Commerce. Mutosi-Filter in
Ariston-Regalen zu legen ist Distribution aus dem Bestand, kein Neuland.
Synergien bei Einkauf, Fertigung, Supply Chain wurden ausdrücklich angekündigt,
ohne Bezifferung. Zur Wahrheit gehört auch: Dieselbe Ansage wurde auch bei CCS
getätigt. Der Chart dokumentiert die nachfolgende Enttäuschung.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;immer-wieder-asien&quot;&gt;Immer wieder Asien&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Wer die &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; Wochenberichte regelmäßig liest, ist nicht überrascht: &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt;
hat ein Faible für Asien. Dass ausgerechnet der Versuch, an dem Ausbau von
Wärmepumpen in Europa mit einer Portfolioposition zu partizipieren, zu
Wasserfiltern in Vietnam führt, ist allerdings purer Zufall.&lt;/p&gt;

&lt;aside class=&quot;wb-note&quot;&gt;&lt;h3 id=&quot;exkurs-vietnam--us-zölle-als-wecker&quot;&gt;Exkurs: Vietnam – US-Zölle als Wecker&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Es war einmal ein Bodenbelag-Hersteller. A&amp;amp;M Flooring bei Hanoi, 2015 gegründet,
den chinesischen Wettbewerbern schutzlos ausgeliefert — bis Donald Trump 2016 die
Wahl gewann und amerikanische Käufer überall einkauften, nur nicht in China;
danach kamen zeitweise 95 Prozent des Umsatzes aus den USA. 
Es folge Trump II, „Liberation Day“ (2.4.2025); 46 Prozent Strafzoll — Vietnams Überschuss gegenüber den USA ist,
nach China und Mexiko, der drittgrößte. Neue Bestellungen, notierte der
FT-Big-Read (12.06.2025), „slowed to a trickle“.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aufgewacht ist an diesem Apriltag ein ganzes Land:
Exporte im Wert von rund 90 Prozent der Wirtschaftsleistung standen plötzlich »im Feuer« (Thailand: 65,
Indonesien: 22).  Es stand einiges auf dem Spiel; die Hälfte der Erwerbstätigen war in Exportbranchen beschäftigt.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/736/vietnam-exporte-fdi.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 2: Vietnams Güterexporte 2015–2025, gestapelt nach Sektor — der
ausländisch investierte FDI-Sektor (blau) trägt konstant gut drei Viertel der
Exporte und praktisch das gesamte Wachstum.&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Hanois Antwort heißt Plan B, in Vietnam-Geschwindigkeit: Regierungsapparat
minus ein Fünftel, Provinzen fusioniert, 100.000 Planstellen gestrichen, die
Zwei-Kind-Politik aufgehoben. Vor allem aber erhebt die Resolution 68 des
Politbüros vom Mai 2025 — von manchen Ökonomen »Doi Moi 2.0« genannt — die
Privatwirtschaft zur wichtigsten Kraft der Volkswirtschaft. Die Ziele sind ambitioniert: Aufbau von mindestens 20
»National Champions« bis 2030, mit bevorzugtem Zugang zu Kredit, Land, Beschaffung.
Die Blaupause liegt offen auf dem Tisch: der südkoreanische Chaebol-Baukasten,
der Korea binnen zweier Generationen vom Agrar- zum Industriestaat führte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gleichzeitig liefen diplomatische Kanäle heiß, die Trump-Administration gütig zu stimmen.
Sichtbarster Erfolg: Ein Trump-Golf-Ressort bei Hanoi;  Eric Trump
reiste  persönlich zum Spatenstich. Die Zölle sind von 46 auf 20 Prozent gesenkt worden.
Inzwischen gilt Vietnam als heimlicher Trump-Gewinner in Asien. Man grenzt sich erfolgreich
gegenüber China ab, gewinnt weiter Ankerkunden in den USA und entwickelt erfolgreich
eine eigenständige lokale Wertschöpfung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; ergibt sich ein eigentümliches Bild: Der Konzern operiert seit
1988 in Vietnam, schwamm seither im Strom ausländischer Direktinvestitionen. Nun
ändern sich schlagartig die Rahmenbedingungen. Dabei ist man 
strukturell selbst ein kleiner Chaebol: Familienholding, drei Aktiengattungen,
75 Prozent der Stimmrechte bei Merloni, diversifiziert vom Boiler bis zum
Wasserfilter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vietnam züchtet einheimische Chaebols.  Gelingt es &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt;, die besetzte Nische zu halten,
ggf. sogar zu den Chaebol-typischen Monopolkonditionen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; Aktie ist eine diversifizierte Wette darauf.&lt;/p&gt;&lt;/aside&gt;

&lt;h3 id=&quot;fundamentals-und-datenverwirrung&quot;&gt;Fundamentals und Datenverwirrung&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; notiert bei ca. 3,8 Euro, die Aktie liegt
damit 62 Prozent unter dem Ausgabepreis des Börsengangs von 2021 (10,25 Euro).
Am 29. Juli präsentierte das Management Halbjahreszahlen: Umsatz 1.347
Millionen Euro, plus 4,3 Prozent; bereinigtes EBIT plus 11,7 Prozent auf 73,5
Millionen; die Ausblicke fürs Gesamtjahr bestätigt, &lt;em&gt;Riello&lt;/em&gt;(Zukauf 2026) steuert im zweiten
Halbjahr 190 bis 200 Millionen Euro Umsatz bei.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;QuASImodo&lt;/em&gt; ermittelt im Rahmen der Analyse stets über eine DCF-Berechnung
einen &lt;em&gt;fairen Aktienpreis&lt;/em&gt;. Für &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; ergab die Standardberechnung einen
Wert von 24,42 €. Das passt weder zum aktuellen Marktpreis noch zur
Preishistorie. Um diese Diskrepanz aufzulösen, bedurfte es detektivischen
Spürsinns. &lt;em&gt;QuASImodo&lt;/em&gt; greift auf die Daten von &lt;em&gt;LSEG/Datastream&lt;/em&gt; zurück. Das
ist der Goldstandard für Finanzdaten in Europa. Dort stehen bei Ariston 125,5
Millionen ausgegebene Aktien und eine Marktkapitalisierung von knapp einer halben Milliarde
Euro. Das geht bei einem Marktpreis für die Aktie von weniger als 4 € nicht
auf. Zufällig fiel &lt;em&gt;QuASImodo&lt;/em&gt; eine Sellside-Analyse der &lt;em&gt;Mediobanca&lt;/em&gt; aus dem
Jahr 2023 in die Hände. &lt;em&gt;Mediobanca&lt;/em&gt; rechnete mit 373 Mio. existierenden Aktien.
Der Rest ist dann wieder Routine: Tatsächlich hat &lt;em&gt;Ariston&lt;/em&gt; drei Aktiengattungen: die 125,5
Millionen gelisteten Stammaktien, 22,1 Millionen nicht-notierte und 225
Millionen Stimmrechtsaktien. Der Inhaber des Stimmrechtsanteils heißt Merloni.
Er hält über die Familienholding 75 Prozent der Stimmrechte. DCF liefert jetzt 8,33
Euro als fairen Aktienwert. Der Wert ist immer noch unterbewertet – aber
das ist ja auch Sinn der Übung, das Finden preiswerter Aktien mit
Entwicklungspotenzial.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Quellen: Ariston-Pressemitteilung 3.9.2026; Handelsblatt 4.8.2026 („Eine
Milliardenwette auf den deutschen Heizungsmarkt“); Ariston Q2/H1 2026 (Umsatz
nach Regionen); Mediobanca Equity Research 3.3.2023; Diverse FT-Artikel; Kurs: FT Historical Prices
(LSEG; ARIS:MIL), Stand 4.9.2026 — weiterführende Details im Equity-Dossier QuASImodo AI.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</content><author><name></name></author></entry><entry><title type="html">Kempten – Isny</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/735/" rel="alternate" type="text/html" title="Kempten – Isny" /><published>2026-08-29T00:00:00+02:00</published><updated>2026-08-29T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-08-29-735.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/735/">&lt;p&gt;Die Berichtswoche verbrachte &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; größtenteils mit einem Rad-Ausflug in die Bergwelt
im Süden der Republik (&lt;a href=&quot;https://www.komoot.com/de-de/tour/3235168098&quot;&gt;Komoot&lt;/a&gt;). Zuerst entlang der Iller von Ulm nach Kempten (Flussradweg), dann der Rottach folgend ins Allgäu und schließlich mit der Weissach im Blick in die großen Täler des Bregenzer Waldes. Ganz zum Schluss wartete
die Fluh. Eine alte Alpe, heute ein schickes Dorf oberhalb von Bregenz. Erreichbar über die Fluhstraße. Zuerst
gehts mit 29 Prozent Gefälle ins Tal, dann mit 20 Prozent Steigung ins Dorf. Das ist ein guter
Fitness-Test, wenn man ohne Strom und mit Gepäck unterwegs ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein gutes Teilstück der Strecke führte auf der alten Bahntrasse Kempten – Isny. Dort fahren längst keine Züge mehr.
Die Strecke zeigt schön, welches Schicksal einigen Datacenter-Projekten droht.
Die Gründerzeit war – wie die Gegenwart – gespickt mit Versuchen, möglichst viel Geld zu möglichst vorteilhaften
Konditionen in Infrastrukturprojekte umzuleiten. Fast jedes Mittel war damals Recht, Investoren anzulocken. Entweder
mit niedrig verzinsten Darlehen oder (besser) über Eigenkapital. Investoren jeglicher Couleur verloren im und nach
dem Wiener Börsenkrach viel Geld, manche auch Haus und Hof, weil viele Projekte schlicht unrentabel waren.&lt;/p&gt;

&lt;aside class=&quot;wb-note&quot;&gt;&lt;h3 id=&quot;quasimodo-executive-summary--nvidia&quot;&gt;Quasimodo Executive Summary :: Nvidia&lt;/h3&gt;

&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Umsatz Q2 FY27: 96,2 Mrd. USD&lt;/strong&gt; (+18% QoQ, +106% YoY) – Rekordquartal; Data Center 89,0 Mrd. (+117% YoY), Edge 7,2 Mrd. $&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Margen-Rekord: 75,0%&lt;/strong&gt; Gross Margin (GAAP wie non-GAAP) – höchster Stand in der Firmenhistorie (Q1: 74,9%, Q2 FY26: 72,4%).&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;strong&gt;EPS Q2 FY27: 2,46 USD GAAP / 2,22 USD non-GAAP&lt;/strong&gt; — GAAP über non-GAAP wegen 7,8 Mrd. USD Equity-Security-Gains (Mark-to-Market); operatives Kernergebnis ist das non-GAAP-Net Income.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Q3-Guidance: 108,0 Mrd. USD ± 2% (+12% QoQ)&lt;/strong&gt; — kein China-Data-Center-Umsatz; 74,0% Gross Margin.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Shareholder Returns: Q2 26,0 Mrd. USD&lt;/strong&gt; (Buybacks 19,7 Mrd. + Dividenden 6,0 Mrd.) — H1-FY27 gesamt 45,3 Mrd. (vs. H1 FY26: 24,3 Mrd., +86%).&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Dividende: 0,25 USD/Quartal&lt;/strong&gt; (1,00 USD annualisiert) ab Q2 FY27.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Bilanz: Neu &lt;strong&gt;+25,0 Mrd. USD Senior Unsecured Notes&lt;/strong&gt; (Juni 2026, 7 Tranchen) — Total Debt auf 33,4 Mrd. USD; trotz der Anleihe-Emissionen existiert weiterhin eine Netto-Cash-Position über ~66,0 Mrd. USD (Cash &amp;amp; STI 99,4 Mrd.).&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Haw Par:&lt;/strong&gt; Die Historie der Familien Aw und Wee (Tiger Balm) sowie die Bewertung als Dividendenaristokrat ausführlich in &lt;a href=&quot;/week/635&quot;&gt;Wochenbericht 35/25&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/aside&gt;

&lt;p&gt;In dieser Woche legte &lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; Quartalszahlen (Q2/27) vor. Das Wichtigste war nicht die herausragende Marge, der
auf Jahresbasis verdoppelte Umsatz oder die nochmals
aufgemotzten AI-Perspektiven. Der Fokus richtet sich auf die Metamorphose eines Herstellers von Graphikkarten zu einem
vollumfänglichen Investmenthaus, eines Konglomerats bzw. einer Private-Equity-Company. Passend dazu beginnt &lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; mit der
Ausschüttung von Dividenden.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/735/nvida_ohlcv.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 1: Preisentwicklung von Nvidia (Aufbereitung: Quasimodo AI)&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Die Bilanz weist 99 Milliarden Dollar an Equity-Investitionen aus, dazu 25 Milliarden zugesagtes Eigenkapital.
63,4 Mrd. $ davon waren am 30. Juni börsennotiert — und an der Spitze steht der einstige Rivale &lt;em&gt;Intel&lt;/em&gt;, bei dem
&lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; im September 2025 sich mit fünf Milliarden USD beteiligte und dessen Position heute knapp 30 Mrd. $ wert ist.
Dahinter &lt;em&gt;SpaceX&lt;/em&gt; mit 21 Mrd. $ (122,8 Millionen Aktien) und &lt;em&gt;CoreWeave&lt;/em&gt; mit 4,7 Mrd. $ — ein Kreislauf im besten Sinne:
Nvidia hält das Eigenkapital der Neocloud und mietet sich deren Rechenkapazität per Abnahmevertrag bis 2032 zurück (Wert: 6,3 Mrd. $/a). Die private Seite ist mindestens genauso spannend: Eine Beteiligung an &lt;em&gt;OpenAI&lt;/em&gt; über 30 Milliarden, bis zu 10 Milliarden an
&lt;em&gt;Anthropic&lt;/em&gt;, 5 Milliarden in &lt;em&gt;Sutskevers Safe Superintelligence&lt;/em&gt; — und CFO Kress erklärt unumwunden, dass rund ein Viertel des Umsatzes 2027 aus AI-Labs stammt, die &lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; über die eigene Bilanz stützen.
Dass im abgeschlossenen Quartal zudem 7,8 Milliarden Mark-to-Market-Gains (H1/26: 23,7 Milliarden) das
GAAP-Ergebnis aufhübschen, ist Ergebnis des eloquenten Financial Engineerings der Firma.&lt;/p&gt;

&lt;h4 id=&quot;tabelle-1-börsennotierte-positionen-13f-q2-2026-stichtag-30062026&quot;&gt;Tabelle 1: Börsennotierte Positionen (13F Q2 2026, Stichtag 30.06.2026)&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;Gesamt 63,4 Mrd. USD (8 Positionen; 36,9 Mrd. davon unter Short-Term-Lockup).&lt;/p&gt;

&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Position&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;Marktbewertung&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;Aktien&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Erwerb (Kosten)&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Wert seit Erwerb&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Intel&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;29,99 Mrd.&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;214,8 Mio.&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;5,0 Mrd. (09/2025, ~4%)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;&amp;gt;5×&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;SpaceX&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;20,98 Mrd.&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;122,8 Mio. (Class A)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;IPO 05–06/2026&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;neg. Performance&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;CoreWeave&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;4,70 Mrd.&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;47,2 Mio.&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;~2,0 Mrd. (7%, IPO) + 2,0 Mrd. (01/2026)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;&amp;gt;2×&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Coherent&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;3,07 Mrd.&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;7,8 Mio.&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;n.n.&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;n.n.&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Nokia&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;2,21 Mrd.&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;166,4 Mio. (ADR)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;~1 Mrd. (10/2025)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;~2×&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Synopsys&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;2,15 Mrd.&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;4,8 Mio.&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;2,0 Mrd. (12/2025)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;~1,1×&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Nebius&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;329 Mio.&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;1,2 Mio. (Class A)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;n.n. (03/2026)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;n.n.&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Generate Biomedicines&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;14 Mio.&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;0,8 Mio.&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;n.n.&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;n.n.&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;h4 id=&quot;tabelle-2-private-beteiligungen--ai-ökosystem-non-marketable-479-mrd-13f-frei&quot;&gt;Tabelle 2: Private Beteiligungen / AI-Ökosystem (Non-marketable 47,9 Mrd., 13F-frei)&lt;/h4&gt;

&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Deal&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;Commitment&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Datum&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Anmerkung&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;OpenAI&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;30,0 Mrd. $&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;02/2026&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Teil einer ~110-Mrd. $ Finanzierungsrunde&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Anthropic&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;10,0 Mrd. $&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;11/2025&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;zusammen mit 5 Mrd. von Microsoft; Bewertung 350 → 965 Mrd. (07/2026)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Safe Superintelligence (Sutskever)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;5,0 Mrd. $&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;07/2026&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;FT-Berichterstattung&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;xAI&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;2,0 Mrd. $&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;10/2025&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;20-Mrd.-Runde: 7,5 Mrd. Equity + 12,5 Mrd. Debt-SPV (GPU-Käufe)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;SB Energy (SoftBank-Tochter)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;1,5 Mrd. $&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;08/2026&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;zum PORTS-Pike-Deal (OpenAI, 4,25 GW); + 105-Mrd.-LPS-Backstop&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Mistral (FR)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;1,7 Mrd. €&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;09/2025&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Series C, Bewertung 11,7 Mrd. €&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;UK-VC-Allianz (Accel u.a.)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;2,0 Mrd. £&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;09/2025&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;u. a. Wayve; verteilt über Partner-VCs&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Nscale (UK)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;433 Mio. $&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;10/2025&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;via SAFE&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;Neura, ElevenLabs, Black Forest Labs, Cohere, Perplexity, Hugging Face&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;n.n.&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: left&quot;&gt;ohne Primärbeleg, unbestätigt&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; ist komplex mit dem Musk-Imperium verwoben – Beteiligungen an &lt;em&gt;SpaceX&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;xAI&lt;/em&gt;. An &lt;em&gt;Groq&lt;/em&gt; zahlt &lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; allein im abgelaufenen Quartal
2,9 Mrd. $ für eine nicht-exklusive Inferenz-IP; bezahlt wird ein Lizenzzugang, kein Anteil.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zwar muss auch &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; den Hut ziehen vor der ausgeklügelten Unternehmensstrategie, die einerseits auf
einer Dominanz der gesamten AI-Wertschöpfungskette fußt, andererseits über die mannigfache Diversifizierung bereits
Vorkehrungen trifft, wenn der technische Fortschritt bzw. die geopolitische Realität den eigenen technologischen
Vorsprung obsolet macht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieser Teil des Unternehmens sorgte auch diese Woche wieder für Schlagzeilen. Man sichert sich Zugriff auf die Manpower
des AI-Start-ups &lt;em&gt;Poolside&lt;/em&gt; (Laguna LLMs), verhandelt mit &lt;em&gt;Perplexity&lt;/em&gt; über eine Beteiligung und will
&lt;em&gt;Hugging Face&lt;/em&gt;, das GitHub für LLMs, übernehmen. Geld spielt keine Rolle.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zurück zur Allgäu-Radtour und der Bahntrasse Kempten–Isny. Das Kapital
der Gründerzeit war nicht nur durch Werben und Überzeugen zusammengebracht worden. Basis für alles war die Konzession. Wer eine Bahnlinie baute, bekam das Exklusivrecht für diese Strecke, eine staatlich garantierte
Verzinsung des eigenen Kapitals – und der Staat erhielt im Gegenzug das Recht, die Linie jederzeit zum Aktienkurs
zu erwerben. Preußen nutzte dieses Erwerbsrecht ab 1876  (nach dem Wiener Börsenkrach) systematisch aus; in den 1890er-Jahren lagen die meisten
privaten Linien in Staatsbesitz. Wer die Garantie verkauft hatte, dem gehörte am Ende die Strecke. Die Garantie
war kein Sicherheitsinstrument, sondern das eigentliche Eigentumsinstrument.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; stellt diesen Mechanismus in privater Regie nach. Die 25 Milliarden
Dollar zugesagtes Eigenkapital aus der Bilanz sind die Zinsgarantie von heute: Sie stützen &lt;em&gt;OpenAI&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Anthropic&lt;/em&gt;,
die Neoclouds, den PORTS-Pike-Ausbau mit einem 105-Milliarden-Backstop. Der Sechs-Milliarden-Abnahmevertrag bei
&lt;em&gt;CoreWeave&lt;/em&gt; ist der garantierte Verkehr der Konzessionsstrecke – take-or-pay bis 2032. Und die 99 Mrd. USD
Beteiligungen sind das Erwerbsrecht selbst: Das Unternehmen kauft systematisch jene Strecken ein, deren Finanzierung
es selbst mit seinen Garantien getragen hat. Chips, Silizium, Neoclouds, AI-Labore, am Ende selbst der Strom – jede
Stufe der westlichen Wertschöpfungskette hat jetzt einen Equity-Anker bei der nächsten. Wer die gesamte Kette
dominiert, hält nicht nur eine starke Position. Er hält den Kontrakt, die Konzession. Und das ist &lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Analogie hat einen Haken. Eine preußische Konzession lief hundert Jahre; der Boden
unter der Schiene behielt seinen Wert. Ein Grafikchip ist im übernächsten Quartal möglicherweise bereits eine (wertlose)
Altlast. Zweitens: Preußen finanzierte mit Steuergeldern, nutzte eine externe Geldquelle als Machtinstrument.
&lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; garantiert das Vendor Financing aus demselben
Cashflow, den die von ihm finanzierten Käufer produzieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dazu ändert sich an der Strecke selbst die Technologie. Die Eisenbahn war technologisch stabil – ihre Züge
nutzen über Generationen dieselben Gleise. AI-Modelle ändern sich in Monaten: Ein Qwen3.8-27b, das heute auf
einem lokalen Rechner läuft, leistet mehr als ein Frontier-Modell im Rechenzentrum vor sechs Monaten. Hinzu kommt:
Es
stehen bereits zwei Hersteller Gewehr bei Fuß, die Strecke preiswert und massenhaft ganz zu umgehen:
&lt;em&gt;Xiaomi&lt;/em&gt; hat für den Herbst einen leistungsstarken AI-Cube angekündigt, ausschließlich mit Komponenten aus China,
&lt;em&gt;Apple&lt;/em&gt; wird ab Oktober einen Consumer-Rechner für Frontier-Workloads anbieten. In der historischen Analogie bieten
beide Hersteller Autobahnen und Luxuskarossen zur freien Nutzung gegen einen kleinen Obolus an.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Konzessionär von 1876 besaß den Zugang zu Strecken, an denen niemand vorbeikam (wie Kempten – Isny).
Das Investmenthaus von 2026 besitzt den Zugang zu Rechenleistung,
die in sechs Monaten möglicherweise niemand mehr braucht – und versichert sie selbst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ja – es ist vertrakt. Genau darin liegt wohl das größte Risiko. Alles ist so intensiv miteinander verzahnt,
dass niemand die Komplexität wirklich übersieht. Und damit wären wir dann wieder in vertrauten Gewässern. Das
war 2007 schließlich auch so.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;qwen-4--preview&quot;&gt;Qwen 4 – Preview&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Alibaba&lt;/em&gt; feuert gerade aus allen Rohren. Nachdem vor einer Woche &lt;em&gt;Qwen3.8-27b&lt;/em&gt; veröffentlicht wurde
(mit einer offenen Lizenz), kam nun &lt;em&gt;Qwen3.8-Flash-Next-180b&lt;/em&gt; heraus. Offiziell als Preview für &lt;em&gt;Qwen4&lt;/em&gt;
angekündigt und bereits mit einer eingeschränkten Lizenz versehen. Privat kann das Modell weiter
heruntergeladen (&amp;gt; 100 GB) und betrieben werden. Eine kommerzielle Nutzung ist aber nicht mehr erlaubt.
Wer keinen eigenen AI-Rechner hat, muss das Modell über die &lt;em&gt;Alibaba&lt;/em&gt;-Cloud oder einen lizenzierten Anbieter
ansprechen. Die Monetarisierung von AI schreitet auch im Hause &lt;em&gt;Alibaba&lt;/em&gt; voran.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Leistungsdaten des neuen Modells sind so phantastisch, dass für den Herbst eine Sonderkonjunktur für
passende AI-Computer absehbar ist. Insbesondere wenn &lt;em&gt;Xiaomi&lt;/em&gt; mit den bekannten Kampfpreisen den Markt
aufmischt. &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; wird das neue Modell in der kommenden Woche implementieren. Der
&lt;em&gt;Quasimodo&lt;/em&gt;-Assistent wird auf eine weitere Fortbildung geschickt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kleines Detail am Rande. Die Einordnung der Unternehmensstrategie von &lt;em&gt;Nvidia&lt;/em&gt; in den Kontext des Eisenbahn-Kontrakts
wurde sowohl dem &lt;em&gt;Quasimodo AI&lt;/em&gt; als auch dem &lt;em&gt;DeepSeek&lt;/em&gt;-Chatbot aufgegeben. &lt;em&gt;DeepSeek&lt;/em&gt; antwortete sofort mit der
Vanderbilt-Analogie. Dem Magnaten gehörte im 19. Jahrhundert das Eisenbahnnetz in den USA, Fabriken zur Montage von Zügen
und auch Kohleminen für den Brennstoff. &lt;em&gt;Quasimodo&lt;/em&gt; dachte länger nach und kramte die Analogie zur Bahnkonzessionsstrategie
in Deutschland (speziell Preußen) hervor, die Chancen und Risiken korrekt in den historischen Kontext setzt. Die
bisherigen Lehrstunden fielen offenbar auf fruchtbaren Boden.&lt;/p&gt;

&lt;h3 id=&quot;integral-diagnostics-das-mai-signal-hält&quot;&gt;Integral Diagnostics: Das Mai-Signal hält&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Integral Diagnostics&lt;/em&gt; (ASX: IDX) ist der zweitgrößte Anbieter diagnostischer Bildgebung in Australien – der letzte unabhängige Player, seit &lt;em&gt;I-MED&lt;/em&gt; an &lt;em&gt;Jardine Matheson&lt;/em&gt; ging. In der Nacht von Montag auf Dienstag präsentierte das Unternehmen seine Jahreszahlen (In Australien ist Winter…). Die FY26-Zahlen bestätigen die Analyse aus dem Mai (Wochenbericht &lt;a href=&quot;/week/622&quot;&gt;22/26&lt;/a&gt;): Umsatz +25,6 %, EBITDA +30,3 % bei 20,9 % Marge, Free Cash Flow +30,7 %, Net Debt/EBITDA von 2,6x auf 2,3x, Gesamtdividende 9,3 ct.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die Diskrepanz bleibt&lt;/em&gt;: &lt;em&gt;I-MED&lt;/em&gt; wurde mit ~14,2x EBITDA verkauft, &lt;em&gt;IDX&lt;/em&gt; steht bei 9,3x – bei besserer Marge und geringerer Verschuldung. Am Ergebnis-Tag +5,3 %, seitdem Konsolidierung auf 2,25 &lt;em&gt;A$&lt;/em&gt; (inkl. Dividendenabschlag 0,086 &lt;em&gt;A$&lt;/em&gt;) – über der 50-Tage-Linie, 52-Wochentief (1,91) abgearbeitet.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/735/idx-ohlcv.svg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 2: Preisverlauf der Integral Diagnostics, 26.08.2025 – 28.08.2026 (Aufbereitung: Quasimodo AI)&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;</content><author><name></name></author></entry><entry><title type="html">Zahlen, Daten, Fakten</title><link href="https://hieron-y-mus.de/week/634/" rel="alternate" type="text/html" title="Zahlen, Daten, Fakten" /><published>2026-08-22T00:00:00+02:00</published><updated>2026-08-22T00:00:00+02:00</updated><id>repo://week.collection/_week/2026-08-22-634.md</id><content type="html" xml:base="https://hieron-y-mus.de/week/634/">&lt;p&gt;Vor einem Jahr schrieb &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; an dieser Stelle (&lt;a href=&quot;/week/534&quot;&gt;Wochenbericht 34/25&lt;/a&gt;) im Teaser:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Vor etwa einer Woche gaben CureVac und BioNTech ihre Fusion bekannt.
           Kurz zuvor entzog das US-Gesundheitsministerium allen US-Unternehmen die Forschungsgelder
           für die mRNA-Entwicklung. Damit wird der Südwesten Deutschlands zum Epizentrum für
           die Entwicklung personalisierter Krebsmedikamente.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;In der Berichtswoche meldete ausgerechnet &lt;em&gt;Moderna&lt;/em&gt; Vollzug: Durchbruch bei
einer personalisierten Impfung gegen Schwarzen Hautkrebs. Die Aktie war der &lt;em&gt;am
meisten geshortete Wert an der Nasdaq&lt;/em&gt;, entsprechend war die Kursreaktion: Fast
200 Prozent, getrieben durch eine toxische Mischung aus Short-Squeeze und dem Jubel
möglicherweise betroffener Kleinanleger.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;schwarzer-hautkrebs-heilbar&quot;&gt;Schwarzer Hautkrebs heilbar&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Ausgangslage war die eines Unternehmens, das Impfstoffe gegen ein Virus
verkauft, das niemand mehr fürchten will. Umsatz 2025: 1,9 Milliarden Dollar
nach 6,8 Milliarden in 2023. Kennedy (Gesundheitsminister) hatte die
mRNA-Förderung gestrichen, selbst die größten mRNA-Fans hatten aufgegeben. Am
Mittwoch dann der Turnaround! Schwarzer Hautkrebs ist heilbar, auch im
Spätstadium.&lt;/p&gt;

&lt;h4 id=&quot;wieviel-markt-steckt-in-der-spritze&quot;&gt;Wieviel Markt steckt in der Spritze?&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;Gemäß der FT: Globale Krebsmittel-Ausgaben sind von 2020 bis 2024 um 75
Prozent auf 252 Milliarden Dollar gestiegen und sollen bis 2029 auf 441
Milliarden Dollar wachsen. Der Markt setzt hier eine »Schippe« drauf, denn
personalisierte mRNA-Impfstoffe sind in dieser Prognose nicht enthalten. Die
Zielgruppe ist nur scheinbar eng: Patienten mit resezierten soliden Tumoren
und hohem Rezidivrisiko — Melanom hat in den fortgeschrittenen Stadien
Rückfallraten von 30 bis 50 Prozent. Rund 500–550.000 neue Melanomdiagnosen pro
Jahr, davon 30–40 Prozent im relevanten Hochrisikosegment, davon die Hälfte in
den westlichen Märkten mit Onkologie-Infrastruktur und Kaufkraft:
70.000–100.000 adressierbare Patienten pro Jahr, zu 10.000–20.000 Dollar
Anfangspreisen — das sind 1–2 Milliarden Dollar in einer Indikation. Die
Expansion auf weitere verbreitete Tumoren vergrößert die Basis um den Faktor
5–10. Realistisches Segmentpotenzial: 5–15 Milliarden Dollar pro Jahr, verteilt
auf alle Anbieter, in den 2030ern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Rechtfertigt das den Preisaufschlag? &lt;em&gt;BioNTec&lt;/em&gt; ist »nur« an die obere Grenze der
aktuellen Tradingrange geklettert. Personalisierte Krebsmedikamente sind ein
Nischenmarkt, egal wie man es dreht oder wendet.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;csl&quot;&gt;CSL&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der Hersteller konventioneller Impfseren arbeitet mit anderen Skaleneffekten.
Hier werden Impfstoffe für die Massen entwickelt. Das ist volkswirtschaftlich sinnvoll
und ethisch geboten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im &lt;a href=&quot;/week/624&quot;&gt;Wochenbericht 24/26&lt;/a&gt; stellte &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; das australische Unternehmen
ausführlich vor. Damals kostete eine Aktie 105 &lt;em&gt;A$&lt;/em&gt;, der »faire Preis«, der sich aus
einer DCF-Berechnung ergibt, lag bei 85 &lt;em&gt;A$&lt;/em&gt;. Seitdem ist die Aktie mehr als 50 Prozent teurer geworden. Allein am
Dienstag nach den Jahreszahlen (in Australien ist gerade Winter) um weitere 20 Prozent.
Gemäß den aktuellen Geschäftszahlen liegt der faire Preis nun bei 105 &lt;em&gt;A$&lt;/em&gt;.
Der Abstand der fairen Bewertung zum
Marktpreis hat sich also verdoppelt.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/634/csl.png&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 1: Preisentwicklung der CSL&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Die positive Preisentwicklung der Aktie ist überraschend. Das Zahlenwerk selbst ist wenig überzeugend, das
zeigt die Spartenentwicklung eindrücklich:&lt;/p&gt;

&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th&gt; &lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;CSL Behring&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;CSL Vifor&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;CSL Seqirus&lt;/th&gt;
      &lt;th style=&quot;text-align: right&quot;&gt;Gesamt&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;FY2026 Umsatz&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;&lt;strong&gt;11.387&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;&lt;strong&gt;2.379&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;&lt;strong&gt;2.031&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;&lt;strong&gt;15.797&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;FY2025 Umsatz&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;11.158&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;2.234&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;2.166&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;15.558&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Wachstum&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;&lt;strong&gt;+2,0 %&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;&lt;strong&gt;+6,5 %&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;&lt;strong&gt;−6,2 %&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;+1,5 %&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;2026 Operatives Ergebnis (Marge)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;4.612 (40,5 %)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;1.252 (52,6 %)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;899 (44,3 %)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;6.763 (42,8 %)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;2025 Operatives Ergebnis&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;4.704 (42,2 %)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;1.096 (49,1 %)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;1.027 (47,4 %)&lt;/td&gt;
      &lt;td style=&quot;text-align: right&quot;&gt;6.827 (43,9 %)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Der Referenzpreis des Jahres 2025 lag allerdings mit 225 &lt;em&gt;A$&lt;/em&gt; deutlich über dem Preisniveau vor der Veröffentlichung
der Jahresergebnisse. Die Bewertung des Unternehmens normalisiert sich. Es ist ausreichend, unspektakuläre
Ergebnisse zu präsentieren; solange keine weiteren »Bomben« gebeichtet werden, sind die Investoren dem Management
wohlgesonnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Handelsstrategie kann zunächst beibehalten werden (Equity + Stillhalter). Allerdings wird auf dem aktuellen
Preisniveau die Beimischung eines Short-Calls immer interessanter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am 2. Oktober zahlt die &lt;em&gt;CSL&lt;/em&gt; eine Halbjahresdividende von 1,62 USD pro Aktie (Dividendenabschlag am 9. September), das ist gemessen am Einstandskurs 
eine Dividendenrendite von 4,6 Prozent. Das ist üppig. Zusätzlich kauft &lt;em&gt;CSL&lt;/em&gt; Aktien im Wert von 1,1 Mrd. &lt;em&gt;A$&lt;/em&gt; zurück.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die »Mission« des Interim-CEO’s ist mit dem erfolgreich publizierten Jahresergebnis erfüllt. Die Firma dürfte nun
zügig einen neuen CEO bestimmen. Bis dahin ist die Kursphantasie  limitiert.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;dfi--walmart&quot;&gt;DFI – Walmart&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das war eine herbe Überraschung: &lt;em&gt;Walmart&lt;/em&gt; verfehlt seine Ertragsziele. Das Unternehmen ist mit einem KGV von 40 bewertet.
Entsprechend deutlich fiel die Preisreaktion aus: 115 $ vor den Quartalszahlen – 103 $ danach.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wb-figure&quot;&gt;

  &lt;img class=&quot;wb-figure__img&quot; src=&quot;/images/634/wmt-d01.png&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;

&lt;figcaption class=&quot;wb-figure__caption&quot;&gt;Abbildung 2: Preisentwicklung der Walmart und der DFI-Retail im Vergleich&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;In der Abb. 2 sind die Aktienpreisverläufe der &lt;em&gt;DFI-Retail&lt;/em&gt; (Asien, Jardines) und der &lt;em&gt;Walmart&lt;/em&gt; gegenübergestellt (beide in USD). Die Korrelation der Aktienpreise über weite Strecken ist erstaunlich. &lt;span class=&quot;wordmark&quot;&gt;Hieron&lt;em class=&quot;wordmark-y&quot;&gt;y&lt;/em&gt;mus&lt;/span&gt; hat die AI mit einem
Vergleich der Geschäftsmodelle und einem Abgleich der finanziellen Daten beauftragt. Das Ergebnis:&lt;/p&gt;

&lt;aside class=&quot;wb-note&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Walmart&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;DFI Retail&lt;/em&gt; fahren ein gemeinsames Geschäftsmodell. Zwei Einzelhändler auf unterschiedlichen Reifegraden der gleichen Transformation.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beide transformieren sich vom transaktionsorientierten Retailer zur
&lt;strong&gt;Plattform&lt;/strong&gt;, die die Kundenbeziehung über margenstarke Erlösquellen
monetarisiert (Retail Media, Membership, Marketplace, E-Commerce). Das
Kernproblem beider Firmen ist identisch: &lt;strong&gt;Der Handel wird zum Frequenzanker,
der Preis in einem konsumschwachen Umfeld zum Wettbewerbsparameter — und die
margenstarken Plattform-Geschäfte müssen den Preiswettbewerb im Kerngeschäft
finanzieren.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;table&gt;
  &lt;thead&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;th&gt;Dimension&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;Walmart&lt;/th&gt;
      &lt;th&gt;DFI Retail&lt;/th&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/thead&gt;
  &lt;tbody&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Reifegrad Plattform&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Spätphase (E-Com &amp;gt;23% US-Mix)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Frühphase (Online-Penetration 6,9%)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Retail Media&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Walmart Connect +43% (Masse)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;DFIQ Media 3× Growth (kleine Basis)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Membership&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Sam’s Club + Walmart+ (Rekord-Q2)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;yuu 5M+ Mitglieder (Loyalty)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Skala&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;735 Mrd. $ Umsatz (TTM)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;8,9 Mrd. $ Umsatz (TTM) → &lt;strong&gt;~83× kleiner&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Makro-Kontext&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;US-Konsum (Kern)&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Asien-Mix (HK, PH, VN, ID, BD, CN)&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Bewertung&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;40× P/E, 0,9% Div&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;20× P/E, ~5× P/CF, 4% Div&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
    &lt;tr&gt;
      &lt;td&gt;&lt;strong&gt;Risiko-Profil&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Bewertung + US-Konsum&lt;/td&gt;
      &lt;td&gt;Asien-Makro + Liquidität + Konglomerat&lt;/td&gt;
    &lt;/tr&gt;
  &lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Dieselbe strategische Wette, aber &lt;em&gt;DFI&lt;/em&gt; bietet sie auf einer &lt;strong&gt;deutlich
günstigeren Basis&lt;/strong&gt; (halber P/E, 5× Cash-Flow-Bewertung, 4% Dividende, fast
schuldenfrei) als &lt;em&gt;Walmart&lt;/em&gt; — im Tausch gegen Asien-Makro-Risiko, geringere
Liquidität und den Jardine-Konglomeratsabschlag.&lt;/p&gt;&lt;/aside&gt;

&lt;p&gt;Klare Worte des digitalen Assistenten, die Treffender nicht sein könnten.&lt;/p&gt;</content><author><name></name></author></entry></feed>